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Das OLG Celle hat mit Urteil vom 31.10.2007 – Az: 14 U 85/07 – über die Frage entschieden, ob ein durch einen Verkehrsunfall Geschädigter, der bereits vor dem Unfall einen Neuwagen bestellt hat, gegen seine Schadensminderungspflicht verstößt, wenn er dessen Ablieferung abwartet, obwohl er sich in der Zwischenzeit ein dem verunfallten LKW vergleichbaren besorgen könnte. Als Schadensposition waren dabei die Mietwagenkosten streitig, die die Beklagten nur bis zu dem Zeitpunkt bezahlen wollten, zudem ein Ersatzfahrzeug hätte besorgt werden können, wohingegen die Kläger die Auslieferung des Fahrzeuges abwarten wollten.

Zur Begründung verwies das Gericht darauf, dass die Frist nur um 24 Tage überschritten worden war und nahm zudem eine Abwägung zwischen den Mietwagenkosten, die als moderat eingeschätzt wurden und den Risiken bei Erwerb eines gebrauchten LKWs vor. Dabei sei es aufgrund dieser hohen Risiken dem Kläger nicht zuzumuten gewesen, sich auf den Kauf eines Gebrauchtwagens verweisen zu lassen.

Das Urteil gilt damit nicht für jeden Fall dieser Art. Es ist vielmehr eine Abwägung durchzuführen, in die die Dauer der zusätzlichen Mietzeit und das Risiko bei Kauf eines gebrauchten Wagens einzurechnen ist.

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