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In Siegen war bis vorgestern der sog. Panzerknacker-Prozess im Gange. Die Täter sollen ca. 45 Tresore zum Leidwesen der Eigentümer um ihre Inhalte erleichtert haben.

Am letzten Mittwoch wurde das Urteil gegen die Panzerknacker verkündet, in dem es mehrjährige Gefängnisstrafen für die Täter gab.

Zufälligerweise hatte ich selbst eine Verhandlung in einer Verkehrsordnungswidrigkeit zur selben Zeit. Und zufällig wollte just an diesem Tag eine Schulklasse der Verhandlung beiwohnen, die sich einen Einblick in das deutsche Gerichtswesen (und vielleicht auch etwas Show durch den Richter) erhoffte.

Vor unserem Gerichtssaal hatte sich also ein ziemliche Ansammlung von Leuten eingefunden und wir sahen anscheinend wichtig aus. Unter den Wartenden befand sich auch ein etwas älterer Herr, der etwas irritiert zu sein schien. Schließlich sprach er mich an:

„Komisch, dass bei einem so großen Prozess nur Schüler da sind, man sollte meinen, dass bei 45 Tresoren ein breiteres Interesse besteht.“

Ich habe ihn dann doch lieber auf seinen Irrtum hingewiesen. Den Rest der Wartezeit konnte ich meinem Mandanten dann versichern, dass er keineswegs wie ein Panzerknacker aussieht.

One Response to “Von der Kunst größer zu erscheinen als man ist”

  1. Christian sagt:

    Ist doch auch mal nicht schlecht oder? Da fühlt man sich doch gleich ganz anders, wenn man in so einem Prozess sitzen darf. Aber irgendwie tun mir die Schüler leid. Denn ich finde solche Verhandlungen eher langweilig. Und ich finde es immer wieder lustig, wenn man sich die Sendungen im Fernsehen ansieht und dann wirklich mal in einer Verhandlung sitzt, dann wird man schnell feststellen, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht als im Fernsehen. Die Schüler waren sicherlich enttäuscht.

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