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Will der Mieter trotz Kündigung nicht ausziehen hilft üblicherweise nur die Räumungsklage. Ein Bekannter eines Freund eines Mandanten eines Kollegen hat hingegen ein anderes Konzept entwickelt:

Er gab an, dass er die Wohnung nach Kündigung und bei zu erwartenden Problemen einfach an Personen vermietet, bei denen er den Eindruck hat, dass ihr Hauptaugenmerk bei Meinungsverschiedenheiten eher nicht bei der argumentativen Auseinandersetzung liegt. Diesen teilt er dann kurz vor deren Einzugstermin mit, dass der Mieter nicht ausziehen wolle, er habe schon alles versucht und werde demnächst eine Räumungsklage ausbringen, man möge sich 3 Monate gedulden.

Kurze Zeit und eine freundliche Abstimmung mit den neuen Mietern später meldet der bisher resistente Mieter, dass er es sich doch anders überlegt habe und nunmehr kurzfristig ausziehen wolle oder bereits sei. Der Vermieter wäscht sich die Hände in Unschuld, schließlich kann er ja nichts für das Verhalten der Nachmieter, dass er mit keinem Wort gefördert hat.

Die Frage, die sich mir da stellt: Was macht man, wenn die Überzeugungsarbeit zur schnelleren Räumung der Wohnung bei einem selbst geleistet wird? Und was, wenn man diese Mieter dann ihrerseits wieder loswerden will? Klingt also würde man sich vom Regen in die Traufe begeben…

7 Responses to “Räumung der Wohnung durch den Nachmieter”

  1. MP sagt:

    Ich glaube solche „Mieter“ kann man engagieren. Habe mal irgendwo einen Artikel gelesen, wo sich ein „Schauspieler“ sich als Zuhälter ausgibt, und quasi sagt, er möchte in der Wohnung für seine Mädchen …
    naja mit Leuten aus dem Milleu hat man als Ott-Normal Mieter nicht gerne zu tun 🙂 Die Erfolgsquote war laut dem Schauspieler recht gut.

  2. Je nach „Einsatzkraft“ der neuen Mieter dürfte sich dies wohl als räuberische Erpressung darstellen, oder als Mittäterschaft/Beihilfe dazu; jedenfalls zu einer Nötigung.
    Allerdings zeigt dieses Beispiel einmal mehr, dass gerade im Falle des Zahlungsverzuges die rechtliche Situation momentan zu Lasten des Vermieters unausgewogen ist. Der Gesetzgeber treibt die Vermieter manchmal bereits in die Kriminalität hinein, gemeinsam mit einer langsamen Justiz.

  3. Der Gesetzgeber treibt die Vermieter manchmal bereits in die Kriminalität hinein.

    … oder zum Strafverteidiger. 😉

  4. Wilhelm Simons sagt:

    Guter Beitrag – von dieser Seite habe ich das noch nicht betrachtet aber ich kann der Sache ja einmal nachgehen.

  5. Also ich würde das Anstiftung zu einer Straftat nennen, jedoch dürfte so etwas wohl schwer nachweisbar sein. Vielleicht schafft es aber der Gesetzgeber das Gesetz mal auf einen vernünftigen Kompromiss zwischen Mieter- und Vermieter-Recht zu bringen. Das ist eines von vielen Gesetzen, die einer Überarbeitung bedürfen.

  6. xanthippe sagt:

    Der Sozialstaat steht nun mal auf der Seite der Schwächeren. Das sind in den Augen des Gesetzes die Mieter. Der Eigentümer wird in der stärkeren Position gesehen. Und schließlich verpflichtet auch Eigentum (Art. 14 Grundgesetz). Das macht die Interessenabwägung so schwierig. Aber auch ich bin dennoch der Meinung, dass der Gesetzgeber gefordert ist und die Justiz in die Lage versetzt wird schnelle und durchgreifende Entscheidungen zu treffen.

  7. Man sollte sich eben doch lieber bei Vermietungen an einen Makler wenden. Wir erkennen die falschen Mieter von Anfang an in dem wir unauffällige Fangfragen stellen und nach jahre Langer Erfahrung hat man das nötige Gespür, wer die Wohnung beziehen darf und wer nicht.

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