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Zahlt der Mieter die von ihm geschuldete Miete nicht sollte der Vermieter sich zunächst Gedanken darüber machen, warum dies nicht mehr geschieht. Die verschiedenen Gründe erfordern jeweils eine eigenständige Vorgehensweise.

  • Der Mieter ist pleite und wird dies auch bleiben: Hat der Mieter kein Geld mehr und ist abzusehen, dass dies auch so bleiben wird, dann muß das Interesse des Vermieters dahin gehen, die Wohnung/die Mietsache so schnell wie möglich einem neuen, solventen Mieter überlassen zu können. Der klassische Weg hierzu ist die auf Zahlungsverzug gestützte fristlose Kündigung, der eine Räumungsklage folgt, falls der Mieter nicht auszieht.
  • Der Mieter hat einen finanziellen Engpass: Hat der Mieter nur einen finanziellen Engpass, dann hängt vieles davon ab, wie schnell man die Wohnung wieder vermieten kann. Ist eine Neuvermietung ohne weiteres möglich, dann sollte man überlegen, ob man den Mieter halten möchte. Wäre die Wohnung ohnehin leerstehend falls der Mieter rausgeschmissen wird, dann bringt es wenig, die Wohnung sogleich räumen zu lassen und es kann günstiger sein auf Ratenzahlungen der Rückstände einzugehen. Hat man sich entschlossen, den Mieter zu halten, dann sollte man entweder eine gesonderte Absprache treffen, nach der der säumige Mietzins nachgezahlt wird oder aber den Betrag klageweise geltend machen. Hierfür bietet sich meist eine Urkundenklage an, da man die Höhe des Mietzinses über den Mietvertrag geltend machen kann und dem Mieter ein Großteil der Einreden zumindest vorerst abgeschnitten sind. Sind keine Einwände zu erwarten, dann kann auch ein Mahnbescheid ein günstiger Weg sein, einen vollstreckbaren Titel über die Miete zu bekommen.
  • Der Mieter meint, dass Mängel an der Wohnung vorhanden sind und zahlt deswegen die Miete oder einen Teil der Miete nicht: Hier sollte zunächst überprüft werden, ob tatsächlich Mängel vorliegen. Ist dies der Fall, dann sollten die Mängel kurzfristig behoben werden, um den vollen Mietzinsanspruch wieder herzustellen. Sodann wäre zu prüfen, in welcher Höhe eine Minderung der Miete erfolgen konnte. Hat der Mieter zuviel einbehalten und ist er nicht bereit, diesen Betrag nunmehr freizugeben, so muß der zuviel einbehaltene Betrag klageweise geltend gemacht werden.
  • Der Mieter ist kurz davor auszuziehen und will Streit über die Kaution vermeiden, indem er Miete in der Höhe der Kaution einbehält: Häufig kündigt sich ein Streit über die Kaution bereits vor Auszug an. Bestimmte Schadenspositionen werden bei einer Besichtigung festgestellt und es ist unklar, wer für diese aufkommen muß. Nebenkostenabrechnungen werden nicht eingesehen. Schönheitsreparaturen sollen abgegolten werden. Dem Mieter ist klar, dass der Vermieter die ausstehenden Forderungen nach seinem Auszug mit der Kaution verrechnen muß. Dann muß der Mieter die restliche Kaution einklagen. Um dies zu vermeiden bleibt der Mieter die letzten zwei Mieten fällig und erklärt nach Auszug die Verrechnung mit der Kaution. Nunmehr muß der Vermieter klagen und seine Rechte geltend machen. Der Vermieter kann in einem solchen Fall allerdings die Miete direkt nach Fälligkeit einklagen, während er erst zu einem späteren Zeitpunkt die Kaution abrechnen muß. Damit zwingt er den Mieter evt. dazu, die Miete zu zahlen. Insbesondere, wenn die Miete im Wege der Urkundenklage geltend gemacht wird sind dem Mieter zunächst die Einwände abgeschnitten.

10 Responses to “Der Mieter zahlt nicht”

  1. Zu warnen ist übrigens vor der „privaten“ Räumung, die vor dem Hintergrund der regelmäßig hohen Gerichtsvollzieherkosten (die übrigens durch das Berliner Modell zu vermeiden sind) immer mehr um sich greift – manche Vermieter holen sich ein paar „starke Männer“ und setzen die Mieter einfach so außer Besitz. Abgesehen von der strafrechtlichen Konsequenz (Nötigung pp) kann das massive finanzielle Folgen haben: so hat das AG Reinbek unlängst einem Mieter, der so hinausgesetzt wurde, erhebliches Schmerzensgeld (!) zugesprochen.

  2. […] Die Mietkaution ist ein klassisches Sicherungsmittel des Vermieters. Sie ist nicht per Gesetz vorgeschrieben und muss daher, wenn der Vermieter sie verlangen will, in dem Mietvertrag gesondert vereinbart werden. In jedem Mustermietvertrag ist allerdings die Mietkaution aufgenommen, so dass sie das wohl üblichste Mittel zur Absicherung des Mieters gegen Mietausfälle sind. […]

  3. […] der Mieter nicht zahlt stellt dies einen Verstoß gegen die meitrechtlichen Pflichten dar, der zur Kündigung […]

  4. […] dem Fall hatte ein Vermieter eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzug des Mieters mit ca. 2 Monatsmieten ausgesprochen. Der Mieter widersprach der Kündigung und verwies (zum […]

  5. Özgür Abik sagt:

    Hallo, ich wollte ihnen eine frage stellen und zwar haben wir ein wohn und geschöftshaus gekauft seit april und uns wurden die mieteinnahmen nicht gegeben ( bank hat das eingenommen )und wir mussten die miete selbst für den monat mai zahlen eigendlich haben wir doch das recht unsere mieteinnahmen zu bekommen.
    der tilgung wir im juni anfangen . muss erstmal der tilgung
    ( zahlung von den schulden an bank) anfangen um unsere mieteinnahmen zu bekomme.

    Danke im Voraus

  6. Pascal Delore sagt:

    Hallo zusammen!

    Wenn man einen Mieter hat der schon 5Monate keine Miete zahlt, und nicht aufzufinden ist, kann man sein Zimmer einfach räumen ohne ankündigung und die gepföndeten Sachen dann nachdem man sie ein Jahr aufbewahrt hat dann auch entsorgen ?

    Viele Grüße
    Delore

  7. Cookie sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe auch eine Frage zu diesem Thema und würde mich über schnellen Rat sehr freuen:

    Ich wohnte seit Mai 2010 zusammen mit meinem mittlerweile Ex-Freund in einer gemeinsamen Wohnung. Den Mietvetrag haben wir damals gemeinsam unterzeichnet.

    Im Sommer diesen Jahres haben wir zusätzlich einen Untermietvertrag aufgesetzt, da das Arbeitsamt es so verlangt hat, damit er seine Bezüge nicht verliert. Der Hauptmietvertrag wurde nicht geändert. Er wurde somit Haupt- und Untermieter zugleich.

    Ende August haben wir uns dann schließlich getrennt. Wir wollten beide natürlich so schnell wie möglich ausziehen, nur verlief seine Wohnungssuche wesentlich erfolgreicher als meine.

    Als er schließlich eine Wohnung hatte (Mitte September), ging er zu unseren Vermietern und bat darum, ihn ohne Kündigungsfrist gehen zu lassen. Sie stimmten offenbar zu und er teilte mir mit, dass er ausziehen würde, ich mir aber keine Sorgen machen solle, da ich dennoch nur meinen Teil der Miete zahlen müsse. Das hätte er so abgesprochen. Daher ließ ich ihn ziehen.

    Wenige Tage nach seinem Auszug, kamen unsere Vermieter vorbei um den weiteren Ablauf zu besprechen. Ich sagte, ich würde mich bemühen, eine neue Wohnung zu finden, da ich mir den vollen Mietbetrag nicht leisten könne (sie würden ja nicht ewig auf die Hälfte verzichten) und mir die Wohnung ohnehin zu groß sei.

    Nun haben wir Mitte November und ich habe immer noch keine neue Wohnung gefunden. Hinzu kommt, dass meine Vermieter mir jetzt sagten, dass sie doch die volle Miete haben wollen und dass sie niemals mit meinem Ex-Frund abgesprochen hätten, dass sie auf die Hälfte verzichten würden.

    Daraufhin habe ich mich an meinen Ex-Freund gewendet und ihm gesagt, dass er die Hälfte der Miete für September – November noch nachzahlen müsse, da seine Absprachen offenbar nicht den mir übermittelten Inhalt hatten. Ich hätte ihn auch niemals ausziehen lassen, wenn ich von der Konsequenz, die volle Miete zahlen zu müssen, gewusst hätte. Er weigert sich natürlich zu zahlen.

    Nun Frage: Kann ich ihn auf den Haupt- oder Untermietvertrag festnageln? So weit ich weiß, hätten wir den gemeinsam unterschriebenen Vertrag auch nur gemeinsam kündigen können und der Untermietvertrag wurde nie wirklich gekündigt (nur vielleicht konkludent, da ich ihn ausziehen ließ, aber ja nur unter der Bedingung, dass ich dennoch nur meinen Teil der Miete entrichten muss, also die Hälfte).

    Ich hoffe, ihr könnt mir helfen! Vielen Dank schonmal vorab!

    LG

    Cookie

  8. Susi sagt:

    Guten Tag,

    mein Untermieter zahlt seit diesen Monat keine Miete mehr weil er seit diesem Monat Arbeitslos ist und daher mit dem Argument kommt „er habe ja kein Geld“.

    Was kann bzw. muss man tun?

    Über hilfreiche Tipps freue ich mich sehr!

  9. karolina sagt:

    Mündliche Fristlose Kündigung von dem Vermieter 12 Tage vor dem Ablauf ordentliche Kündigung durch den Mieter auf grund offene Nebenkostenabrechnungen fur letzte drei Monate welche habe ich bekommt 1 Tag nach dem Kündigung und sofort bezahlt. Obwohl habe ich alles bezahlt meine Hauptmieterin und Mitbewohnerin hat mich rausgeschmiessen und die schlussel fur das Wohnung genommen. Von 25 bis ende des Monat habe ich nicht mehr dort gewohnt. Ist Ihre Kündigung wirksam? Recht fur das Hotel kosten frag

  10. Werner Schlau sagt:

    Hallo und guten Tag,
    mein Nachbar hat ein Haus in dem 1 Mieter wohnt. Dieser Mieter hat 10 Jahre (zehn) keine Miete mehr gezahlt, warum auch immer. Nun verlangt mein Nachbar die ausstehende Miete.
    Frage:
    Wie lange kann eigentlich die Miete eingeklagt werden?

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