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Viele Mieter wollen Haustiere in der von ihnen gemieteten Wohnung halten. Die meisten umfangreicheren Standardmietverträge enthalten hierzu auch gesonderte Klauseln. Was aber ist eigentlich in diesem Zusammenhang erlaubt?

Das Gesetz selbst sieht hierzu keine Regelung vor. Demnach geht die herrschende Meinung davon aus, dass der Vermieter einer Tierhaltung in der Wohnung zustimmen muß. Eine Klausel, wonach die Tierhaltung von vorneherein ausgeschlossen ist, ist wegen Verstoß gegen § 307 BGB unwirksam, wenn es sich um einen Standardvertrag handelt. Ein umfassender Ausschluß ist nur durch einen Individuell ausgehandelten Vertrag möglich.

Sofern einzelne Tiere im Mietvertrag ausgenommen ist ist bezüglich der Wirksamkeit der Klausel insbesondere darauf abzustellen, inwieweit diese Tiere die Wohnung beeinträchtigen können. Ein Verbot setzt voraus, dass durch das Halten der Tiere Beeinträchtigungen für den Vermieter und die Wohnung zu erwarten sind.

a) Kleintiere als Haustiere in der Mietwohnung

Demnach ist insbesondere bei Kleintieren, die nach Art, Zahl und Unterbringung üblicherweise keine Schädigungen oder Störungen der Mietsache oder der anderen Parteien im Haus verursachen können, eine Haltung zulässig. Bei Zierfischen, kleinen Vögeln und Hamstern ist somit eine Haltung erlaubt. Auch bei exotischeren Tieren ist lediglich darauf abzustellen, dass diese keine Gefährdung oder Störung des Mietobjekts oder der anderen Parteien bewirken können. Dabei sind auch Störungen des Hausfriedens zu berücksichtigen. Ratten beispielsweise sind bei Haltung in einer dafür geeigneten Umgebung sicherlich harmlos, sie gelten aber als Überträger von Krankheiten und haben allgemein einen schlechten Ruf. Der Vermieter kann daher damit rechnen, dass die anderen Mieter mit der Haltung von Ratten nicht einverstanden sind und hat daher zumindest nach dem Landgericht Essen (NJW-RR 1991, 908) ein Interesse daran diese zu untersagen.

b) Hunde und Katzen als Haustiere in der Mietwohnung

Bei größeren Tieren, wie Hunden und Katzen, kann der Mieter einen Ausschluß in den Vertrag aufnehmen. Die Haltung dieser Tiere wird nicht ohne weiteres als zum vereinbarten Gebrauch gehörend angesehen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn der Mieter auf diesen Hund, zB als Blindenhund, angewiesen ist

c) gefährliche Tiere

Das Halten gefährlicher Tiere ist, sofern nicht eine besondere Erlaubnis vorliegt, stets vertragswidrig. Hierunter können bereits Hunde zählen, wenn diese sich im konkreten Fall als gefährlich erweisen. Ebenso werden hierzu bestimmte Arten wildlebender Tiere gerechnet, da lediglich zahme Tiere der Kontrolle des Mieters zugänglich und insoweit beherrschbar sind.

Dabei bezieht sich die Erlaubnis in diesem Fall meist auf ein konkretes Tier, so dass bei dessen Tod eine neue Erlaubnis eingeholt werden muss.

d) Widerruf der Erlaubnis

Die Erlaubnis kann von dem Vermieter auch widerrufen werden, wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn sich später herausstellt, dass von dem Tier doch erhebliche Störungen ausgehen. Dies kann auf Eigenarten des Tieres aber auch darauf beruhen, dass der MIeter zur Haltung des Tieres nicht in der Lage ist.

3 Responses to “Darf man Haustiere in der Mietwohnung halten?”

  1. RA JM sagt:

    Mietswohnung ??? Wie wäre es mit Miezwohnung ? 😉

  2. admin sagt:

    Gestern nacht klang es irgendwie richtig. Jetzt, etwas ausgeschlafener, tendiere ich allerdings auch zu Mietwohnung

  3. Alex sagt:

    Danke, schon geteilt.Genau das habe ich gesucht, und gleich geteilt! Super Beitrag, danke für die Info. Ich lass nochmal nen Gruss da.Gesucht, gefunden und geteilt.Danke für die Info, sharing is caring. Hab es gleich geteilt.

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