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Das neue Schreckgespenst der Musikindustrie sei die „Harddrive-Party“, so heißt es wohl in der Südeutschen, wie Handakte Weblawg berichtet.

Auch andere haben bereits darauf hingewiesen, dass das Kopieren schon immer auch ohne solche Parties funktionierte:

  • Durch Laptops sind Daten auch abseits des Internets sehr beweglich und Festplattenplatz ist billig wie nie zuvor.
  • Eine mobile Festplatte mit zumindest 200 GB bekommt man sehr billig, wenn hiervon 20 GB Musik sind sind diese über USB-Anschluß schnell kopiert.
  • MP3 Player enthalten inzwischen zumindest 1 GB Musik, Speichervermögen von 40 GB sind aber ebenso Standard. Selbst auf einem Daten-Stick lassen sich leicht ein paar 100 oder 10.000 Lieder transportieren
  • wer ein kleines Netzwerk einrichtet, zB um bei einer LAN-Party über dieses Spiele zu spielen, wird in Versuchung geraten, nachzufragen, was die Leute noch so Interessantes auf dem Rechner haben.
  • ein halbwegs moderner Computer hat auch einen DVD-Brenner. Mit einem Fassungsvermögen von 4.7 GB läßt sich hier innerhalb kurzer Zeit eine stattliche Musiksammlung kopieren. Diese DVD kann man dann auch angesichts eines Wertes von wenigen Euro in der Schulklasse/im Bekanntenkreis rumgehen lassen, die Chance erwischt zu werden ist gering
  • Selbst auf eine normale gebrannte CD passen zumindest 150 Lieder im MP3-Format

Dieses alltägliche Tauschen dürfte in der Praxis einen deutlich größeren Anteil ausmachen als speziell zu diesem Zweck ausgerichtete Parties.

3 Responses to “Alltägliches Kopieren”

  1. doppelfish sagt:

    Was oben die CD, der USB-Stick oder die DVD ist, waren schon seit langem die Musikkasetten. Statt Computer und Brenner hatte man eben einen Musikanlage, mit Plattenspieler und Kasettendeck (vorzugsweise ein Doppelkasettendeck, wenn jemand nicht seine Platten mitbringen wollte). Erwischt wurde da niemand, wie denn auch. Ausser den Leuten, die die Kassetten massenhaft kopierten und mit moeglichst originalgetreuer Aufmachung versahen, um sie – billiger als im Laden, aber trotzdem mit viel Profit – auf der Strasse oder auf dem Jahrmarkt zu verkaufen.

    Aber ich habe bei meinen Freunden viele Musiker und -gruppen kennen gelernt, deren Musik mir gefiel und noch gefällt. Und von denen wurden dann nach und nach die Originale angeschafft.

  2. Brandau sagt:

    Klar, getauscht wurde immer. Heute allerdings im etwas größeren Stil, einfach weil eine Kassette wesentlich weniger Musikminuten bereit halten konnte als eine Festplatte.
    Die Musikindustrie wird es nie verhindern können, langfristig müßen sie entweder eine attraktive legale Möglichkeit bieten, etwa über eine Flatrate zum vernünftigen Preis, oder aber die Produkte aufwerten und preislich vernünftig gestalten.

  3. doppelfish sagt:

    Da kann man ja nur zustimmen. Obwohl, ob man mit den aktuellen Informationen die Worte „Musikindustrie“ und „vernünftig“ noch im gleichen Satz verwenden kann …

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