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Sinngemäße Wiedergabe eines Mandantengesprächs:

Ich: „Die Gegenseite bestreitet diesen und jenen Punkt und meint, dass es abweichend von unserem Vortrag so und so war“

Manadant: „Ja, so war es auch. Haben wir das anders vorgetragen?“

Ich: „Ja, in dem Schriftsatz vom so-und-so-vielten, den ich Ihnen vorab zur Prüfung im Entwurf übersandt habe und bei dem Sie meinten, der könne so raus“

Mandant: „Ach, der war so lang, da hab ich gedacht, das wird schon alles stimmen“

Ich: „….???“

5 Responses to “Zur Übersendung eines Entwurfes vorab zur Prüfung an den Mandanten”

  1. Von den mehr ca. zwei Dutzend Anwälten haben mehr als 20 Ihre Schriftsätze entweder mir gar nicht vorab zugesendet, oder ohnne Vorankündigung und Vorabsprache einige Stunden vor Abgabetermin (Faxtermin).

    Die Schriftsätze des Gerichts erhalte ich nur auf nachdrückliche Aufforderung gegenüber den Anwälten. Von einigen immer noch nicht.

    So gut wie kein Anwalt gab mir vor dem Versand den Schriftsatz zum nochmaligen Lesen. So dass die Schriftsätze makable Fehler enthalten, welche erst nach ruhigem Durchlesen der letzten Variante festgestellt werden können. Die Anlagen zu den Schriftsätzen erhält man so und so nicht zum Prüfen. Insofern weiß man nicht, was der Anwalt dem Gericht wirklich zugesendet hat.

    Makable Folgen waren nicht selten.

    Über den Stress bei der Abstimmng von Schriftsätzen ganz zu Schweigen. Tun die meisten Anwälte ungern.

    Insofern finde ich den obigen Artikel als wirklichkeitsfremd und eine Vehönung der Mandanten.

  2. Brandau sagt:

    Das Sie mit so hoher Quote anderes erlebt haben wollen überrascht mich zumindest bezüglich der Übersendung des Schriftverkehrs.
    Natürlich übersendet man nicht alle Schriftsätze in jeder Sache vorab an den Mandanten und bespricht diesen dann noch mal vor dem abschicken. Das ist in den meisten Fällen auch gar nicht nötig.

    Natürlich gibt es auch Mandanten, mit denen man Schriftsätze lieber abstimmt als mit anderen. Vielleicht sollten sie sich da auch mal etwas an die eigene Nase fassen? Wie rational und von juristischen Kenntnissen getragen sind denn Ihre Änderungswünsche? Aber ich kenne natürlich weder ihre konkreten Prozesse noch die damit beauftragten Kollegen.

  3. MR sagt:

    @ Rolf Schälike
    „…Insofern finde ich den obigen Artikel als wirklichkeitsfremd und eine Vehönung der Mandanten…“

    Wirklichkeitsfremd? Bei uns in der Kanzlei gehen grundsätzlich alle unsere Schreiben MzK (Mandant zur Kenntnis) und Schriftsätze zumeist auch zunächst im Entwurf an den Mandanten, soweit nicht rein rechtliche Ausführungen enthalten sind. Es stellt eine eigene Absicherung dar, Schriftsätze, die tatsächlichen Sachvortrag enthalten, vom Mandanten gegenlesen und bestätigen zu lassen. Denn spätestens zu Beginn des Berufslebens sollte man als Anwalt wissen: Der Feind ist nicht immer der Gegner! Nicht-Juristen mögen dies bitte nicht falsch verstehen, dies soll nur heißen, dass man zwar das sog. „Sprachrohr“ des Mandanten ist, jedoch ein gesundes Maß an Mißtrauen nicht schädlich ist.

    Insofern kann ich bei der von Ihnen genannten Menge an Kollegen, die für Sie tätig waren, ebenso wie Herr Kollege Brandau nicht nachvollziehen, dass ein so großer Mangel an Kommunikation herrschte. Insbesondere auch deshalb, weil ich von den meisten Kollegen das von mir beschriebene Vorgehen kenne.

    Den Beitrag empfinde ich sogar sehr realistisch, weil ich letztlich ähnliches nicht nur einmal selbst erlebt habe.

  4. Martin sagt:

    „makable Fehler“ treten aber ganz selten auf.

  5. Axel John sagt:

    Vielleicht war der Schriftsatz etwas zu juristisch?
    http://ml.42.org/nick-fun/msg00408.html
    😉

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