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Die Verhandlungen vor meiner Verhandlung bieten in letzter Zeit einiges. So auch hier:

Kläger-Rechtsanwalt: …und dann benötige ich noch eine Stellungnahmefrist zu dem vor drei Tagen übersandten Schriftsatz der Gegenseite

Richter: Ja, die sollen Sie haben. Reichen drei Woche?

(diktiert die Verlängerung, dann zum Beklagten-Rechtsanwalt)

Richter: (im scharfen Ton) Warum ist der Schriftsatz eigentlich jetzt erst übersandt worden? Sie hatten doch lange Zeit! Haben Sie schon mal was von der Prozessförderungspflicht gemäß § 282 ZPO gehört?

Beklagten-Rechtsanwalt (mit Mandant neben sich, leicht überrascht): Man muss so einen Schriftsatz eben erst durchsprechen und so…Das dauert eben

Richter: Sie hatten ja auch 4 Monate Zeit, das sollte wohl reichen!

Beklagten-Vertreter: murmelt ein paar halbherzige Entschuldigungen.

Richter: Schimpft noch etwas

Andererseits: Verspätet war das Vorbringen anscheinend ja nicht. Insofern ist es im Endeffekt bedeutungslos. Und der Beklagtenvertreter kann ja durchaus ein Interesse daran haben, die Sache etwas in die Länge zu ziehen. Zumal es sicher auch jeder Rechtsanwalt kennt, dass man die Informationen mitunter erst in letzter Minute erhält.

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