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Eine Mandantin hat ein paar Fragen und reicht damit zusammenhängende Unterlagen eines anderen Falles herein, bei dem sie vor 5 Jahren einen Kollegen an ihrem damaligen Wohnort beauftragt hatte. Dieser hatte die Gegenseite angeschrieben, es meldete sich für diese eine größere Kanzlei und es wurde eine insoweit sehr sachliche Auseinandersetzung geführt. Im Folgenden schickte der Kollege dann ein weiteres Schreiben per Einschreiben an die gegnerischen Kollegen, wobei der Inhalt auch nicht von besonderer Dringlichkeit oder Wichtigkeit war.

Dieses Einschreiben wurde wohl von der Kanzlei nicht abgeholt.

Das nächste Schreiben in den Unterlagen ist eine Mitteilung an die Rechtsanwaltskammer hierüber verbunden mit der Frage, ob der Kollege noch zugelassen sei.

Vielleicht fehlt mir hier der Mittelteil, indem der Ton schon vorher rauher wurde. Und natürlich muß ein Rechtsanwalt an ihn gerichtete Einschreiben abholen.

Aber ich finde es so wie es sich mir präsentiert eine etwas starke Reaktion.

5 Responses to “Zum Umgang unter Kollegen”

  1. RA JM sagt:

    … zumal man diesen offensichtlichen Ansch… zwischen den Zeilen einfach durch eine Recherche im RA-Register hätte vermeiden können – und das mit sofortigem Ergebnis.

  2. Peter sagt:

    … und die Kammer unternimmt nun genau was? Na? Was macht die Kammer? Gar nix. Also wieder hinlegen …

  3. Brandau sagt:

    @RA JM
    Oder einfach durch einen Anruf

    @Peter
    Natürlich macht die nichts. Aber deswegen ist das Schreiben ja noch sinnloser und dient insofern nur der Stimmungmache. Zumal der Kollege ja wohl kaum die Anweisung erteilt haben wird, dass solche Briefe nicht bei der Post abzuholen sind.

  4. Peter sagt:

    wie kann das Stimmungsmache sein, wenn man ein Schreiben in den Papierkorb wirft (ok, bei der Kammer wurde es vielleicht sogar abgeheftet, aber im Ergebnis kommt es auf das Gleiche hinaus). Die Kollegen haben wahrscheinlich nicht mal erfahren, dass der RA dieses Schreiben verschickt hat. Der Sinn kann also nur eine psychologisch Abreaktion gewesen sein. Und wenn es ihm mental geholfen hat, gleichzeitig niemand anderem geschadet … warum nicht?

  5. Gerd sagt:

    Apropos unkollegial. Wie immer, wenn ein Schuldner auf eine titulierte Forderung nicht zahlt, drohen wir die Zwangsvollstreckung an und rechnen sofort die Vollstreckungsgebühr mit ab. Herrschende Meinung in Rechtsprechung und Literatur: zulässig. Die Vollstreckungsgebühr fällt auch für die Androhung der Zwangsvollstreckung an. Täglich erhalten wir auch Briefe von Kollegen vor Ort, die genauso verfahren.

    Heute ein böser Brief einer örtlichen Anwaltskanzlei in der Post, die sich bitter über unsere Androhung beschwert und behauptet, so etwas sei im hiesigen Gerichtsbezirk völlig unüblich und unkollegial (Wieso? Der Kollege soll die Gebühr doch nicht zahlen). Das werde man sofort der Anwaltskammer melden. Schätze, dort wird man herzlich lachen. Denn da sitzen auch nur Kollegen, die das ebenso machen.

    Gibt es irgendwo einen Bezirk, in dem das tatsächlich als „standeswidrig“ angesehen wird; wenn auch nicht im berufsrechtlichen Sinne, dann wenigstens als Gewohnheitsrecht und Frage der Höflichkeit? Habe ich noch nie gehört.

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