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In einer Berufungsverhandlung hatte das Gericht den Sachverständigen zur Erörterung einiger offener technischer Fragen zum Termin geladen. Das Gericht sah zwar wenig Erfolgsaussichten in der gegnerischen Berufung, wollte aber durch diese Erörterung letzte Unsicherheiten beseitigen.

Der vorsitzende Richter stellte dann also die ergänzenden Fragen, der Sachverständige blieb (wie so meist) im wesentlichen bei seiner Einschätzung aus dem schriftlichen Gutachten. Er machte deutlich, dass er die entsprechenden Stellen noch einmal geprüft und sich auch weiterführende Literatur in Vorbereitung des Termines durchgelesen hatte, nach all dem verbleibe er bei seiner Meinung.

Der gegnerische Kollege bohrte nach. Der Sachverständige führte seine Ansicht noch einmal aus. Die Gegenseite bohrte wieder weiter und entdeckte vermeintliche Widersprüche. Der Sachverständige klärte auch die behaupteten Widersprüche auf und erläuterte es noch einmal – der Kollege wiederholte seine Frage in leicht abgewandelter Form auch ein drittes Mal. Inzwischen gingen die Blicker der Richter schon an die Decke und auch der Sachverständige schien langsam etwas genervt zu sein. Die blonde beisitzende Richterin links des Vorsitzenden schaute ebenfalls erschöpft gen Berufungskläger. Das hinderte den Kollegen natürlich nicht an der gleichen Stelle noch ein viertes Mal nachzuhaken.

Daraufhin die Beisitzerin unter Ausnutzung aller Klischees:

Sie brauchen wirklich nicht mehr weiterzufragen. Der Sachverständige hat es so ausführlich erklärt, das habe ja sogar ich verstanden!

One Response to “Wirklich verständlich”

  1. doppelfish sagt:

    Die Beisitzerin hat ja einen gesunden Humor. Glückwunsch.

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