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Ein Kollege rief an und beschwerte sich bitterlich über den Ton eines meiner Schreiben, da würden Verfahren angedroht und so könne man das doch wohl nicht schreiben, sein Mandant sei ganz aufgebracht gewesen und er würde ein solches Schreiben in dieser Form nicht gut finden.

Da das Schreiben meiner Meinung nach ein übliches Anwaltsschreiben war, dass nun einmal, gerade wenn in dem Schreiben ein Anspruch geltend gemacht wird, im üblichen scharfen Ton gefasst war, ging ich darüber hinweg und fragte, was er denn nun in der Sache wolle, er würde ja wohl nicht wegen der Form anrufen.

In dem folgenden Gespräch stellte sich dann heraus, dass er direkt aus dem Besprechungszimmer anrief, wo die Mandantin noch saß. Er hatte noch eine Frage nach ein paar Details des geltend gemachten Anspruchs.

Gut verkauft wird der Kollege sich damit beim Mandanten haben. Wirkt natürlich gut da gleich einmal den Unmut des Mandanten weiterzugeben.

7 Responses to “Wie man Eindruck beim Mandanten schindet”

  1. RA JM sagt:

    „im üblichen scharfen Ton“ – kann man machen, muss man aber nicht.

  2. Brandau sagt:

    @RA JM: Klar, aber haben Sie schon mal einem Kollegen deswegen einen Vortrag gehalten, wenn es sich im Rahmen des üblichen hielt?

  3. ra.theumer sagt:

    ich halte es für sehr unhöflich (unkollegial) dass Sie nicht informiert worden sind, das der Mandant zuhört…..

  4. RA JM sagt:

    @ Brandau:

    Nö, allenfalls entsprechend repliziert. 😉

  5. HansFranz sagt:

    völlig daneben.
    und zwar beides 🙂

  6. Marie sagt:

    Ich finde in erster Linie Kollegen daneben, die in Anwesenheit des Mandanten den Gegenanwalt anrufen. Überhaupt sind Anwälte, die anrufen, in 80% aller Fälle schreibfaule Schwätzer, die meinen, man könne den Gegenanwalt am Telefon davon überzeugen, weshalb der eigene Mandant im Recht sei.

    Ein besonders nerviges Exemplar aus Baden-Württemberg beschäftigt mich sei Wochen. Sein Mandant wünschte ursprünglich 8.000,- Euro, hat sich aber mittlerweile bereits auf 2.000,- Euro herunterhandeln lassen, nachdem er die meinerseits gewünschten Belege nicht vorlegen konnte. Außer einem unsubstantiierten Anspruchsschreiben hat er noch keine Zeile zu Papier gebracht. Statt dessen ruft er alle 2 Tage an, um mir noch einmal zu erklären, weshalb der Anspruch seines Mandanten berechtigt sei und ich dies doch einsehen müsse.

    Zwei Wochen lang haben wir seine Anrufe nicht mehr entgegen genommen, worauf er, nachdem unser Azubi fahrlässigerweise (Setzen! Sechs!) schließlich doch abgenommen hat, sich heftig beschwerte.

  7. Malte S. sagt:

    Ich würde mir wünschen, dass Anwälte mal häufiger zum Telefon greifen – insbesondere, wenn die Gegenseite auf Schreiben nur mit „wird bearbeitet“ reagiert. Da helfen dann 5 weitere Schreiben ebenfalls nicht.

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