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Ich telefoniere nachmittags mit einem Kollegen. Nachdem wir das Fachliche beendet haben fragt er noch:

„Wie war eigentlich die Verhandlung mit dem Kollegen H heute noch? Der hatte heute vormittag erzählt, dass sie um 14:00 Uhr einen Termin gegeneinander hätten?“

Das fragt der Kollege, weil er weiß, dass der Kollege H und ich gut befreundet sind, recht selten vor Gericht aufeinanderstoßen und solche Gerichtstermine dann meist aufgrund dieses Kennens für eine Anekdote gut sind.

Nur war ich um 14:00 Uhr gerade wieder aus der Mittagspause zurückgewesen und hatte mitnichten im Gericht, sondern vielmehr an meinem Schreibtisch gesessen.

Das ist der Moment, wo einem zumindest kurzfristig ein kalter Schauer über den Rücken fährt, man befürchtet einen Termin übersehen zu haben und sieht schon den hämisch grinsenden Kollegen ein Versäumnisurteil beantragen (was ein Siegener Kollege aber nicht ohne Anruf in der Kanzlei tun würde).

Dann fällt einem ein, dass man nur eine Sache mit dem Kollegen zusammen hat und der Termin kurzfristig verlegt wurde, weil erst eine auswertige Zeugenvernehmung erfolgen muss. Also sieht man nun vor seinem geistigen Auge den Kollegen H durch die Gerichtsflure irren, verwirrt , weil der Termin nicht ausgehängt ist.

Ein weniger haftungsträchtiger Gedanke und insofern angenehmer. Ein späterer Anruf ergab, dass die Verlegungsnachricht nicht rechtzeitig zugegangen ist.

Aber der Kollege ist selbst schuld: Wir hatten uns am Tag zuvor noch gesehen. Hätte er da das übliche freundschaftliche Vorgeplänkel abgehalten, dann hätte er nicht umsonst zum nicht stattfindenden Termin laufen müssen.

One Response to “War da noch ein Gerichtstermin?”

  1. doppelfish sagt:

    Währenddessen zirpen in Koblenz die Nerven, weil die Verlegung zwar gewünscht, aber nicht genehmigt wird.

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