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Vielleicht war die Gegenseite durch den Kollegen, der sie vertrat darauf hingewiesen worden, dass das Gericht Mobiltelefone gar nicht mag  oder es war ihr anderweitig sehr deutlich gemacht worden. Als sie jedenfalls eine Telefonnummer weitergeben sollte und sich nicht gleich an sie erinnern konnte wurde sie sehr rot und zögerte, bis sie kleinlaut gestand, dass sie diese wohl aus dem Handyadressbuch ablesen müße.

Die Richterin versicherte ihr, dass dies doch kein Problem sei und man sich ja freue, wenn sie die Nummer weitergeben könne. Sie schien sich trotzdem sichtlich unwohl zu fühlen, holte dann aber doch das Mobiltelefon aus der Handtasche und begann umständlich unter dem Tisch nach der Nummer zu suchen, wobei sie das Telefon nach Möglichkeit versteckte und der Richterin noch einmal versicherte, dass es ihr wirklich peinlich sei, sie aber anders nicht die Nummer weitergeben könne.Da konnte sie aber die Nummer dann wieder schlecht ablesen.

Es brauchte einige Versicherungen der Richterin, dass alles kein Problem wäre, bis sie schließlich das Handy hoch nahm und die Nummer weitergeben konnte.

Vielleicht sollte ich den Kollegen mal fragen, was er ihr vorher gesagt hat…

5 Responses to “Wann Mobiltelefone im Gerichtssaal erlaubt sind”

  1. John Doe sagt:

    Sowohl das Gericht als auch die Vertretung der Gegenseite wechseln in dem Beitrag mehrmals das Geschlecht. Etwas verwirrend 😉

  2. Brandau sagt:

    Wo denn? Es ist die Richterin, die Gegenseite und der Kollege?

  3. Horst sagt:

    Wahrscheinlich war das Telefon schon antik, so ein Teil aus grauer Handy-Vorzeit und/oder sie konnte es schlicht nicht bedienen, was ihr wiederum peinlich war und sie es deswegen unter dem Tisch versteckte.

  4. Torsten sagt:

    Ich finde es sympathisch, daß jemanden ein Handy noch peinlich ist. Die meisten Menschen glauben hingegen, man habe Kraft seiner Geburt ein gottgegebenes Recht, ab dem 4. Lebensjahr in jeder Situation ein Handy am Ohr zu haben und andere mit seinen belanglosen Geschichten zu belästigen. In jedem zweiten Mandantengespräch klingelt ein Handy. Und von denen geht auch noch jeder zweite Mandant `ran, weil es ja wichtig sein könnte oder zumindest wichtig aussieht. Dem Anwalt die auf diese Weise gestohlene Zeit zu bezahlen, kommt natürlich nicht in Betracht.

    Wann kommt eigentlich endlich der Straftatbestand „Im Kino/im Theater/im Restaurant/im Zug/etc. – Telefonieren“? Unter einer SMS-fanatischen Kanzlerin wohl kaum…

  5. RA Müller sagt:

    Der Kollege hatte seiner Mandantin die Benutzung eines Mobiltelefons im Gerichtssaal vermutlich als achte Todsünde erläutert 😉

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