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Die Vorverhandlung dauerte mal wieder etwas. Also warteten die Mandanten und ich vor dem Verhandlungssaal. Nach einiger Zeit stürmte auch schon ein Anwalt mit seiner Partei ersichtlich sauer an uns vorbei.

Der durch den stürmischen Gang sich hinter ihm aufbauschenden Robe hinterblickend hörte man noch einige Gesprächsfetzen, mit denen der Kollege den Verhandlungsverlauf für seinen Mandanten erklärte

„Eine so bescheuerte Richterin habe ich noch nie gesehen“ hörte man, und  „unglaublich, was hier abläuft“, dann war der Kollege schon die Treppe hinunter und ich im Gerichtssaal.

Die Richterin ist mir eigentlich als sehr gründlich bekannt und ihre Meinungen meist – auch wenn nicht immer gut für einen – gut durchdacht. Ich hatte jedenfalls eine normale Verhandlung.

Insofern vermute ich mal, dass eher ein Prügelknabe ein Prügelmädchen gesucht wurde. Vielleicht hatte der Kollege aber bisher auch nur Glück mit seinen Richtern. Ich hatte jedenfalls schon wesentlich unangenehmere Fälle.

3 Responses to “Vom Gerichtsflur: Bescheuerte Richterin”

  1. yogy sagt:

    Und immer ist der Richter, die Richterin schuld … man kennt ja die Standardausrede „Bei Gericht und auf hoher See ist man immer in Gottes Hand.“ Vielleicht hängt das ja auch mit der Anwaltsschwemme zusammen, die solche unqualifizierten Artikulationen mit sich bringt?
    Derzeit gibt es ja etwa 154000 Anwälte. Masse, statt Klasse? Hier gehts zur Anwaltsschwemme:
    http://www.roben-shop.de/blog/2010/03/30/seitenwechsel-wenn-rechtsanwalt-zum-richter-oder-staatsanwalt-wird/

  2. leo Benz sagt:

    Nach dem der Anwalt immer Geld verdient, ob vor Gericht erfolgreich oder nicht, muß er seiner Mandanschaft einen Schuldigen liefern. Hier bietet sich der Richter natürlich in erster Linie an.

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