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Der Richter hatte mit den üblichen einschränkenden Klauseln darauf verwiesen, dass er den gegnerischen Vortrag für wahrscheinlicher hält und zum Vergleich geraten. Ich habe darauf verwiesen, dass im Leben der wahrscheinlichere Verlauf eben nicht immer eintritt, er tritt vielleicht häufiger auf, aber eben nicht in allen Fällen. Bei dem vorliegenden Fall sei es eben anders gekommen.

Der Richter erläutert nocheinmal, dass er natürlich eine Beweisaufnahme nicht vorwegnehmen wolle und man die Zeugen natürlich laden werde und dann auch die Aussagen unvoreingenommen werten würde, aber es sei eben nicht so wahrscheinlich – da wäre ein Vergleich doch naheliegend.

Ich verweise auf den aussergerichtlichen Schriftverkehr, in dem das versucht wurde. Jetzt wolle man die Zeugen hören.

Der Richter erörtert noch eine Weile, dass die Zeugenaussage eine Vielzahl von Punkten beweisen muss. Ich verweise darauf, dass dazu die Zeugen ja jeweils benannt seien.

Nun versucht er es mit einer kleinen Einschüchterung. Was wohl wäre, wenn die Zeugen den Sachverhalt nicht bestätigen würden? Dann müsste er die Akte an die Staatsanwaltschaft geben. Das wäre ja auch nicht schön. Ich denke mir:  Nach der Aussage wird mein Mandant einen Vergleich noch viel weniger schließen wollen, sonst sieht es ja so aus als hätte er da ein Risiko gesehen. Was nicht der Fall ist. Denmach verweise ich nur darauf, dass dies ja dann eher das Problem der Gegenseite wäre.

Der Richter knurrt, es gibt aber einen neuen Termin mit Zeugen.

Einen Seitenhieb konnte er sich aber wohl nicht verkneifen. Der Richter eröffnet die Zeugenbelehrung mit:

… Sie sind ja auf Antrag der Parteien hier… (böser Blick zu mir)… also eine der Parteien, die meint, dass ihre Aussage hier erforderlich ist….

3 Responses to “Unerwünschter Beweistermin”

  1. BV sagt:

    Und? Wie ist die Beweisaufnahme verlaufen?

  2. Brandau sagt:

    Klassisch. Die benannten Zeugen haben den Vortrag bestätigt. Jetzt muss das Gericht entscheiden, ob es ausreicht.

  3. doppelfish sagt:

    Mit der Wahrscheinlichkeit haben’s die Juristen ja nicht so, meint Peter Donnelly.

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