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Ich schreibe an den Mandanten:

„…fügen wir in Anlage die durch das Gericht übersandten Formulare bezüglich des Versorgungsausgleichs bei. Wir bitten darum diese vollständig ausgefüllt und unterzeichnet kurzfristig an uns zurück zu senden. Auf die vom Gericht gesetzte Frist zum … wird verwiesen. Allerdings dient eine möglichst kurzfristige Bearbeitung und Rücksendung der Beschleunigung des Scheidungsverfahrens.“

Die vom Gericht gesetzte Frist rückt näher. Es gehen aber keine Formulare ein. Ich rufe den Mandanten an und frage nach den Formularen. Er:

„Sollte ich da was ausfüllen? Habe ich gar nicht gesehen.“

Er macht sich jetzt aber sofort an die Arbeit.

9 Responses to “Undeutliche Handlungsanweisungen”

  1. ballmann sagt:

    Sie müssen sich deutlicher ausdrücken !

  2. Brandau sagt:

    Ich arbeite daran, werter Herr Ballmann, ich arbeite daran.

  3. Peter sagt:

    Post-It auf das Formular mit „Ausfüllen und zurückschicken! Bis spätestens x.x.xx“. Unfreundlich aber der Erfolg entschuldigt alles 🙂

  4. Herr Anwalt, verschicken Sie nicht so viel Post zur Kenntnisnahme, dann nimmt die Mandantschaft Ihre übrige Post wieder wichtiger 😆

    Jetzt ernsthaft. Während meiner Ausbildung mussten meine Chefs auch oftmals (eigentlich regelmäßig) an die Beibringung der Unterlagen erinnern. Telefonisch oder schriftlich, ganz egal. Meistens aber beides.

  5. skugga sagt:

    Aus eigener Erfahrung: Der Text ist wirklich nicht… nun… anwenderfreundlich. Es muss ja nicht gleich so hauruck sein wie der Vorschlag von Peter, aber ein: „Bitte füllen Sie die beigefügten Formulare zum VA aus und schicken Sie diese bis spätestens xx (eine Woche vor Fristablauf) unterschrieben an mich zurück. Wir müssen die Formulare bei Gericht einreichen. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie bitte an.“ hat erheblich mehr Erfolg. Möglichst keine Nebensätze, weniger distanziert. Hilft, ganz ehrlich.

  6. Toni sagt:

    Soweit sind wir also, „möglichst keine Nebensätze“… Ganz ehrlich, ich finde die Belehrung gut.

  7. Brandau sagt:

    Ich meine auch, dass man den Sinn leicht erfassen kann, die Sätze sind kurz gehalten und nicht gerade verschachtelt. Zumal 2 Sätze Formulare angehängt waren.
    Wahrscheinlicher ist, dass es einfach erst einmal auf später aufgeschoben wurde. Versorgungsausgleichsbögen sind nicht sehr unterhaltsam.

  8. skugga sagt:

    In der Tat, sie sind in etwa so unterhaltsam wie, sagen wir mal, BAFöG-Anträge…

    Im übrigen schreibe ich gerne mit Nebensätzen. Was Post an die Mandantschaft angeht, habe ich das allerdings größtenteils aufgegeben. Weiß der Henker, welchen psychologischen Effekt Post vom Anwalt hat, anscheinend hat es aber was mit Einstellen des Lesens wg. Ehrfurcht zu tun. Die Formulare tun dann wohl ein Übriges.

  9. doppelfish sagt:

    So richtig verschwurbelt ist der Text ja nicht, aber es besteht noch ein gewisses Vereinfachungspotential:

    „Bitte füllen Sie die beigelegten Formulare vollständig aus – einschließlich Ihrer Unterschrift -, und senden Sie sie an uns zurück. Bis zum 31.02.2009 müssen die Formulare bei Gericht eingegangen sein. Eine frühere Rücksendung wäre sinnvoll, das sie Ihr Verfahren wegen ABC beschleunigt.“

    Vielleicht muß man mal kurz scharf nachdenken, welcher Natur der Mandant ist – dem einen passts, der andere fühlt sich unter Niveau behandelt.

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