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Gestern hatte das Landgericht eine Verhandlung in einer Berufungssache angesetzt. Die Gegenseite hatte Berufung eingelegt, weil sie zwar mit ihrer Klage durchgekommen war, wir allerdings auch mit unserer Widerklage, die die Klage noch überstieg.

Das Gericht hatte terminiert und vorbereitend das persönliche Erscheinen der Parteien, eine Versicherung und eine größere Firma, angeordnet. Angesichts der Beträge war mit dem Erscheinen eines Vertreters beider nicht zu rechnen, aber über solche sinnlosen  Anordnungen des persönlichen Erscheinens hatte ich mich ja bereits aufgeregt.

Des weiteren waren zwei Zeugen geladen. Einer von unserer Seite und einer von der Gegenseite benannt. Beide waren auch schon in erster Instanz vernommen worden.

Die Verhandlung begann damit, dass der vorsitzende Richter erklärte, dass man in der Vorbesprechung zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Berufung keine Aussicht auf Erfolg habe. Die Zeugenaussagen erster Instanz seien nachvollziehbar gewesen und die vom Amtsgericht getroffene Würdigung werde so geteilt. Die Zeugen müßten daher nicht erneut vernommen werden. Der Gegenseite wurde geraten die Berufung zurückzunehmen.

Das hat mich natürlich gefreut.

Der Zeuge der Gegenseite hatte allerdings eine Anreisezeit von ca. 2 Stunden. Natürlich auch 2 Stunden zurück. Er war also etwa mit allem drum und dran etwa 5 Stunden für die Nichtaussage in Beschlag genommen.

Es ist meiner Meinung nach ein etwas laxer Umgang des Gerichtes mit der Zeit der Menschen.

3 Responses to “Sinnlose Ladungen: Wie das Gericht mit Zeit umgeht”

  1. Toni sagt:

    Wäre schon ärgerlich, wenn man was besseres vorhätte, als unnütz zum Gericht zu fahren!

  2. Petra Geidel sagt:

    Mit Zeit kann man viel bewirken. Verbunden mit Sinnvollem und Sinnlosem (relativ) kann es an Bedeutung gewinnen. Ich selbst hatte mal für mich einen bedeutenden Termin bei Gericht mit meinem Ex-Vermieter (vertreten durch dessen Rechtsanwalt). Meine Rechtanwältin und ich waren auch dabei. Ca 25 Minuten nach Beginn der Verhandlung kam der Rechtanwalt meines Ex-Vermieters rechtzeitig zu spät, übergab mir einen Brief und setzte sich. Der Richter drückte ziemlich auf Zeit, da der nächste Termin fließend war. Ich selbst hatte ohne Wissen des Inhalts des Briefes in Absprache mit meiner Rechtsanwältin geeinigt, dass wir mit einem vorgeschlagenem Vergleich einverstanden wären.
    Ergebnis des Urteils war für mich eigentlich posit iv. Erst nach der Verhandlung las ich den Brief. Der war voll von Frechheiten, Lügen und Falschaussagen. Zum Glück habe ich diese Erfahrung mit einem nicht optimalen, aber für mich guten Ergebnis überstanden. Ich hoffe, dass ich nie mehr Erfahrung mit Gerichten machen muss. Aber wenn, habe ich mindestens diese Erfahrung und kann besser und misstrauischer reagieren und handeln .

  3. Nachtrag zu “Sinnlose Ladungen: Wie das Gericht mit Zeit umgeht”…

    Zu sinnlosen Zeugenladungen im Zivilverfahren hatte ich mich ja schon ausgelassen.
    Bei “Statt aller” berichtet Desperado darüber, dass auch in Strafverhandlungen Zeugen von einigen Richtern einmal durch ganz Deutschland geschickt werde…

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