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Beim Rechthaber findet sich die unter Juristen allseits bekannte Wertung, dass Lehrer nicht selten schwierige Mandanten sind, in eine nette Geschichte verpackt.

Das erinnert mich an die Wertung eines Kollegen, der meinte, dass Lehrer und Ingenieure die schwierigsten Mandanten seien.

  • Lehrer, weil sie meinen, genau so allwissend wie wir Juristen zu sein und das Korrigieren von Schreiben verinnerlicht haben („wer vormittags Recht hat, der hat auch nachmittags Recht“)
  • Ingenieure, weil sie es aus ihrem Beruf gewohnt sind, dass alles gesteuert und berechnet werden kann und sie daher den Ungewissheiten im juristischen Bereich beständig durch weiteres Feilen an  den Schriftsätzen und weiteren Vortrag entgegen arbeiten wollen.

Mich würde interessieren: Was gibt es denn noch für Vorurteile bezüglich bestimmter Berufsgruppen als Mandanten?  Und welche gelten als besonders angenehm?

11 Responses to “Schwierige oder einfache Mandanten nach Berufsgruppen”

  1. Wie beschrieben, leide ich unter Lehrern besonders. Die allerdings auch unter mir.:-) Ingenieure gehen auch oft gar nicht; auch Ärzte gehen oft nicht. Je akribischer die Leute arbeiten müssen, desto schwieriger können sie sein. Aber: das gilt auch für uns Anwälte, lol.

  2. doppelfish sagt:

    Achja, ein Anwalt als Mandant ist bestimmt spassig.

  3. Peter sagt:

    also ich gehöre zur Gruppe der Ingenieure und bekenne mich schuldig im Sinne der obigen Ausführung. Relativ einfach war für mich noch, dass Recht nicht gleich Gerechtigkeit ist. Schwerer war dagegen, dass Recht nicht gleich Recht sondern nur subjektiv Recht ist. Dass 5 verschiedene Gerichte 5 verschiedene Urteile zum selben Thema fällen können. Und dass die bewußt (oder meiner Vermutung nach) fahrlässig schwammigen Formulierungen in Gesetzestexten regelmäßig der Interpretation durch die Gerichte bedarf (also subjektive Rechtsprechung erfordern) und man sich regelmäßig bis zur obersten Instanz durchklagen muss, damit diese dann entscheidet, wie der Gesetzgeber das eigentlichgemeint und gewollt hat. Könnte man da nicht gleich am Anfang schon genauer sein … Ich als Ingenieur muss das jedenfalls.

  4. PR sagt:

    Schlimmer als Lehrer: Grundschullehrer! Da hab ich manchmal den Eindruck, die nehmen jeden Gegenüber als Kleinkind war.
    Steigerung wohl nur durch die ehemals eigenen Lehrer möglich.

  5. So isses. Es gibt ja auch Ausnahmen von der Regel (nicht jeder Lehrer ist grausam.:-)).
    Die Ursache für unterschiedliche Rechtsauffassungen sind oft die Vorverständnisse von Richtern. Sie werden geprägt z.B. vom sozialen Milieu, in dem sie aufwachsen, von weltoffenem Denken (oder nicht), von tausend menschlichen Faktoren, und die wirken sich oft dann aus, wenn man eine Rechtsnorm so oder so auslegen kann. Denken Sie nur an die Asylanträge der Kosovo-Albaner in den 90er Jahren (Verfolgung durch die Serben); die 15. Kammer des VG Schleswig bejahte die Gruppenverfolgung, die benachbarte 16. Kammer lehnte sie ab (dies über Jahre!). Nachvollziehbar ist das alles nicht mehr, auch für Juristen nicht.

  6. Der schwierigste Mandant ist immer der, der meine Rechnungen nicht begleicht. Und die gibts in allen Berufsgruppen. Lehrer sind mir da zwecks Lohnpfändung sogar noch am Liebsten.

    Wer mit meinen Schriftsätzen nicht zufrieden ist, mag woanders hingehen.

    Aber auf mein Geld verzichte ich ungern.

  7. Peter sagt:

    wird Recht nicht zu Unrecht, wenn es (wie im vorherigen Beispiel) dem Zufall überlassen ist? Ok, was solls, Juristerei ist nun mal eine Geisteswissenschaft … wie auch Theologie. Und an die stellt man ja auch keine erhöhten Erwartungen 😉

  8. Justiz hat mit Gerechtigkeit so viel zu tun wie die Landeskirchenverwaltung mit dem lieben Gott, sagte Rosendorfer einst, und der weiß es wirklich.

  9. Toni sagt:

    @4, meine heutige Probeexamensklausur begann mit: „Der Grundschullehrer S“, von da an stand wenigstens das Ergebnis fest:
    Die Klage ist zulässig, aber unbegründet 🙂

  10. Uli sagt:

    Es geht aber noch viel schlimmer; ich „kenne“ einen Lehrer-Lehrer, also Jemanden, der Grundschullehrer ausbildet.

  11. marko sagt:

    Polizisten und Pastoren/Pfarrer, die „von Berufs wegen“ Recht haben

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