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Eine Maschine soll wegen Mängeln nicht laufen. Das Gericht beauftragt einen Sachverständigen. An dem von diesem angesetzten Ortstermin nehme ich mit einem Mitarbeiter meines Mandanten, der täglich mit diesen Maschinen arbeitet teil. Der Sachverständige läßt sich von dem Mitarbeiter ein paar Besonderheiten der Maschine zeigen, während die Gegenseite unablässig zetert, dass die Maschine eh nicht funktioniert und man ihn betrogen, jawohl betrogen habe, wobei hinter diesen Ausrufen deutlich die multiplen Ausrufezeichen zu hören sind.

Das ist um so bitterer, wenn man die Vorgeschichte kennt, indem die Gegenseite von unserem Mandanten weit über seine Pflichten als Verkäufer hinaus zur Handhabung und Aufstellung der Maschine beraten wurde. Die letzten Tipps hat die Gegenseite allerdings nicht mehr umgesetzt, sondern ist wohl direkt zu seinem Rechtsanwalt.

Nach einer Viertelstunde und ein paar Ölnachfüllungen hier und einigen Feineinstellungen dort gelingt es dem Sachverständigen und dem Mitarbeiter dann auch die Maschine zum Laufen zu bringen.

Die Gegenseite ruft nunmehr noch etwas lauter, wohl um gegen den Lärm der Maschine anzukämpfen, dass es trotzdem alles Betrug sei.

Das Letzte was ich sehe als ich von dem Ortstermin wegfahre ist, wie die Gegenseite mit einer Kamera die kleine Ölkanne fotografiert und jedem, der es hören möchte erklärt, dass man hier alles dreckig gemacht habe und er sich so etwas nicht bieten lassen würde, man würde von seinem Anwalt hören.

Der Kollege tut mir jetzt schon leid. Das Gutachten wird dafür um so erfreulicher zu lesen sein.

4 Responses to “Schlechter Verlierer”

  1. doppelfish sagt:

    Ah, ein Ölkännchen als Beweismittelchen. War aber doch hoffentlich nicht das Ding hier?

  2. Brandau sagt:

    Nein, das war es nicht. Die Gegenseite hat ja fest darauf gebaut, dass die Maschine nicht mehr funktioniert und wollte den Vertrag rückgängig machen.

  3. Uh oh. Äh. Lehrer? 🙂

  4. Brandau sagt:

    Ich vermute nicht. Die Tätigkeit scheint mir eher landwirtschaftlich geprägt zu sein. Aber es hätte nahegelegen 😉

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