Feed on
Posts
Comments

Es gibt immer wieder diese Prozesssituation, in der man sich fragt, ob man bei dem Zeugen noch einmal nachhakt oder das besser sein läßt. Die Antwort kann dann so oder so ausfallen.

Hier ging es darum, wie gut die Klägerin noch sehen konnte. Sie war gestolpert und gab an der Mandant habe die Lokalität nicht hinreichend gesichert. Wir hingegen waren davon ausgegangen, dass die Gegenseite einfach unaufmerksam war.

Ich hatte die Zeugen, die mit der Klägerin gut befreundet war, gefragt, wie sie die Sehkraft ihrer Freundin einschätzt. Die Antwort war, dass sie ihre Brille jedenfalls nur zum Lesen bräuchte.

Der Kollege hoffte wohl, da noch ein paar Punkte machen zu können und fragte nach:

Rechtsanwalt: „Sind Ihnen denn ansonsten schon einmal Unsicherheiten beim Gehen meiner Mandantin aufgefallen?“

Zeugin: „Ja, die ist schon mitunter sehr unsicher, gerade weil sie immer so hektisch ist und gerade dann, wenn sie es eilig hat, so wie an dem Tag.“

4 Responses to “Pech gehabt, Herr Kollege”

  1. RA JM sagt:

    si tacuisses … 😉

  2. cledrera sagt:

    Nur fragen, wenn man die Antwort kennt!
    (alter Grundsatz)

  3. Klassisch ausgedrückt; Eigentor.
    Aber haben Sie sich wenigstens für die Ihnen erwiesene Freundlichkeit, bei dem Kollegen bedankt, das wäre doch das mindest.

  4. Brandau sagt:

    @Ra Tobias Feltus
    Vor seinem Mandanten? So gemein bin ich nicht. Aber eine leichte „Versuch-war-es-wert-hätte-auch-anders-ausgehen-können“-Mimik hat er bekommen.

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: