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Bei dem Kollegen Munzinger geht es  in einem Beitrag um eine Partei, die die Hinweise des Gerichtes nicht verstanden hat.

Das kommt häufig vor. Der juristische Laie bewegt sich vor Gericht auf für ihn unbekannten Gebiet.

Ein Fall in dem ich mich in diesem Zusammenhang gut erinnere:

Wir hatten den Anspruch auf zwei Begründungen gestützt. In der Verhandlung erläuterte der Richter, dass er die eine Begründung nicht so überzeugend finde, die andere aber sehr wohl. Es sollte demnach im wesentlichen um die Höhe des Anspruchs gehen. Hierzu machte das Gericht zur Vermeidung eines Sachverständigengutachtens einen Vergleichsvorschlag, den ich dann kurz außerhalb des Gerichtssaals mit dem Mandanten besprechen wollte.

Dieser lenkte in das Gespräch immer wieder auf die erste Begründung des Antrages und warum die Richterin dies nicht überzeuge.

Es war ein harter Kampf bis wir dann endlich zur Höhe kommen konnten.

Überzeugend fand er schließlich,  dass der Geldbetrag gleich bleibt, egal welcher Begründung man folgt und das das Gericht die Gegenseite nicht doppelt verurteilen kann.

2 Responses to “Parallelwertung in der Laiensphäre (2)”

  1. S. sagt:

    Die Parallelwertung in der Laiensphäre ist nichts anderes als die Paraphrase für den umgangssprachlichen Sinnsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“
    Insofern hinkt der Vergleich vorliegend, weil – arg. e – der Laie hier etwas mit seinen Worten falsch umschreibt, aber dann dennoch – de iure, richtig ausgedrückt – recht haben müßte: das hat er schlicht nicht und irrt sich negativ (denn er meint für seine Begriffe, er habe recht, obwohl er es nicht hat. Beim Erlaubnisirrtum stellt er sich doch gerade vor, etwas sei erlaubt, was es nicht ist; die Parallelwertung hingegen besagt, daß er im Grunde genau weiß, daß etwas verboten ist, also den Wesenskern seines Tuns tatbestandsmäßig mißbilligend erfaßt, lediglich wohl die Umschreibung der lex scripta nicht parat hat. Er irrt sich bei alledem gerade nicht und dies begründet somit Vorsatz, ohne daß der in der Verfehlung begiffene Laie den Tatbestand – dem Wortlaut und der Definition nach – explizit kennen muß).
    Es ist im übrigen schade, daß viele „Fachleute“ den Laien als „Dummkopf“ mißachten. An anderer Stelle (in einem sonstigen Beitrag) wird von einem solchen Artvertreter (der Gattung „Laie“) veräußert, es ginge um den „Selbstwert“. Dieser scheint bei denjenigen „Fachleuten“, welche es nötig haben, sich zu über andere zu stellen, reichlich vermindert zu sein („Komplex“).
    Letztlich ist es wie mit dem „billigen“ Vergleich hinsichtlich des gemeinen Ausländers: Wir alle sind (irgendwo) Ausländer, der Jurist (als solcher schlechthin) ist irgendwo auch „Laie“.
    Eines steht fest: Die Weisheit hat er nicht mit Löffeln gefressen…
    Schließlich bringt die Parallelwertung in der Laiensphäre gerade zum Ausdruck, daß der juristische Laie in der Regel sehr wohl ein gesundes Rechtsempfinden hat, ohne nämlich im juristischen Jargon unterwegs sein zu müssen, und mithin doch erst recht kein Dummkopf ist, sondern zum Erfassen genauso fähig wie der „Fachmann“ (nur eben mit anderen Begiffen).
    Auch demnach ist die Überschrift dem Inhalt nach vollkommen verfehlt (und paßt nicht zum Sachverhalt), paradox, der Sache nach Verweis auf Vortrag wie vor (der Deutung nach ein Indiz auf den „Selbstwert“ des Verfassers: sollte man nicht nötig haben…).

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