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Die Gegenseite trat als Laie ohne Anwalt vor Gericht auf. Trotz der üblichen Fehler (Richter: „Das hätten sie vorher sagen müssen“ Beklagter: „Habe ich doch, habe ich alles der Gegenseite geschrieben“ Richter: „Aber MIR nicht und darauf kommt es im Gerichtverfahren an.“) hatte die Gegenseite Glück machte die Gegenseite ihre Sache gar nicht so schlecht , insbesondere hatte sie aussagekräftige Unterlagen dabei, zu denen der Kläger nicht ohne weiteres Stellung nehmen konnte. Es wurde also eine Schriftsatzfrist eingeräumt und es wird einen neuen Termin geben.

Der Richter gab noch ein paar weise Worte mit:

Überlegen Sie, ob Sie sich nicht doch besser einen Rechtsanwalt nehmen. Wenn Sie krank sind, dann gehen sie ja auch zum Arzt und nicht direkt zur Apotheke.“

Ist doch ein eingängiger Vergleich.

9 Responses to “Ohne Anwalt vor Gericht: Warum ein Richter wie eine Apotheke ist”

  1. Peter sagt:

    … den ich vor 10 Jahren noch hätte gelten lassen. Aber die Gesundheitsreform hat hier ihre deutliche Spuren hinterlassen, die Realität kommt womöglich bei den Richtern wieder sehr spät an (klar, die sind ja auch privat versichert, wie unsere Politiker … der Zusammenhang ist natürlich Zufall … andererseits: Zufälle gibt es nicht …)

  2. ballmann sagt:

    Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.
    Bei einer einfachen Erkältung gehe ich auch nicht zum Arzt, sondern „nur“ zu dem Apotheker meines Vertrauens.

  3. runatthesun sagt:

    @peter ich als junger Privatpatient informiere mich mittlerweile im vorraus ueber Krankheiten und Möglichkeiten, da ich mir bei manchen Ärtzen eher wie in einer Verkaufsberatung vorkomme als bei einem Arzt. ganz zu schweigen von z.T. unverschämten Faktor 3,5 Rechnungen oder auch Leistungen die nie gemacht wurden, die bei einer Reklamation mit „oh da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen“ kommentiert werden. Aber das ist ja eigentlich nicht das Thema des Beitrags.

  4. karsten sagt:

    Ich denke auch, daß der Vergleich etwas schwammig ist. Wenn ich mir sicher bin, was ich für eine Erkrankung habe, und ich weiß, daß ich das Mittel auch ohne Rezept in der Apotheke bekomme, dann erspare ich mir 3 Stunden Wartezimmer. Und wie in diesem Fall, vielleicht war der Mann sich sicher, daß er im Recht ist und hat deshalb verzichtet

  5. Rockafella sagt:

    Kann mal ein Fachmann einem Laien wie mir erklären, wo jetzt der „übliche Fehler“ lag? Wie kann man denn bei einem anhängigen Verfahren der von einem Anwalt vertretenen Klägerseite schreiben, ohne dass das Gericht davon Kenntnis erlangt? Zur Metapher kann ich nichts sagen, bin weder Richter noch Anwalt, weder Arzt noch Apotheker.

  6. Brandau sagt:

    @Rockafella
    In dem man direkt an die Gegenseite schreibt, insbesondere vor dem Prozess und dann denkt, dass man dies ja dem Gericht nicht mehr schreiben muss. Wenn die Gegenseite dann das Schreiben nicht an das Gericht weiterleitet erfährt das Gericht nie davon.

  7. Maria Kiess sagt:

    Wenn ein Richter ein deutsches Gericht mit einer Apotheke vergleicht, ist das Hochstapelei par excellence. In einer Apotheke arbeiten in Deutschland hochqualifizierte Apotheker, die ihren Beruf erst nehmen und ihre Kunden verantwortungsvoll beraten. In einem Gericht arbeiten Richter, die in überzeugter Verantwortungslosigkeit für Recht erklären, was sich zwischen ihren beiden Ohren zusammenbraut. Im Gegensatz zu Apothekern, die ihre guten wissenschaftlichen Kenntnisse aus dem Pharmaziestudium anwenden, blieben Richter, ihre oft allem Anschein nach ungenügenden angelernten Kenntnisse aus dem Jurastudium richterlich unabhängig ganz oder zeitweilig zu vergessen.

  8. Duzo, zalezy takze od tego czy podejsc na dodatek z tej witryny, jaka opisales we wpisie, czy moze posluzyc sie calkiem inna logika rozumowania.

  9. Hallo,

    vielen Dank für den Lesenswerten Artikel. Warum entdecke ich diese Seite erst jetzt ? Schaue ab jetzt häufiger vorbei.

    Viele Grüße
    Ihr Pharmaziestudent

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