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Während des Studiums habe ich auch ein Seminar „Rhetorik für Juristen“ besucht, in dem es hieß, dass bei der Verwendung von Worten wie „offensichtlich“ oder „selbstverständlich“ häufig nur vertuscht wird, dass man eigentlich keine Argumente hat. Seitdem vermeide ich diese Worte in meinen Schriftsätzen wo ich nur kann und in der Tat schleichen sie sich auch nach meiner Wahrnehmung häufiger in den Text, wenn die Argumentation schwach ist.

Der Blog „Juristisches Gedankenkonvolut“ zitiert nun eine amerikanische Studie, nach der die Partei, die solche Verstärkungsworte häufiger verwendet, den Prozess auch häufiger verliert. Dies gelte nur dann nicht, wenn auch das Gericht diese Worte häufiger in seinem Urteil verwendet (was dann daran liegen mag, dass dann tatsächlich etwas offensichtlich ist).

Ich würde das Ergebnis der Studie für auf Deutschland übertragbar halten.

(Blog gefunden via „Statt aller„)

5 Responses to “Offensichtliches und Selbstverständliches in juristischen Schriftsätzen”

  1. Personaldebatte sagt:

    Selbstverständlich ist sie das!
    Sehr schöner Blog übrigens.

  2. Christian sagt:

    Das Seminar waren die 3 Tage in der südniedersächsischen Stadt, oder? Das habe ich auch gemacht. War sehr lehrreich.. und lustig.
    Zum Thema: Ähnliches sage ich sowohl den Referendaren/-Innen am Ausbildungsplatz als auch in der AG. Besonders beliebt ist das Wort „zweifellos“.

    Sofern Empfehlungen erlaubt sind (sonst löschen), empfehle ich die Suche nach „Stilkunde“ und „Juristen“… Ein Buch, das nicht immer leicht zu lesen ist, aber einige Anregungen bereit hält.

  3. […] bestätigt sich meine Theorie wieder […]

  4. GH sagt:

    Benutzt der BGH nicht in seinen Entscheidungen die Formulierung „es liegt auf der Hand“, wenn ihm die Argumente fehlen…? Vllt sollte man als RA eher diese Formulierung verwenden 😉

  5. FacToring sagt:

    Das ist klasse! So lernt man auch als Laie einmal was der Sinn der Schreibweise bedeutet. Da werde ich in Zukunft meinem Gegenüber besser zuhören und die Gespräche dann vertiefen. 🙂

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