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Es ist mir schon mehrfach aufgefallen, dass sich die Leute die Fälle unter ganz anderen Gesichtspunkten merken. Mir fällt beispielsweise recht schnell ein, über welchen Fall ein Mandant redet, wenn er mir den Namen der Parteien sagt. Der Mandant hingegen macht seine Erinnerung an dem Fall eher an der verkauften Ware oder aber der Werkleistung fest.

Wenn ich bei einer Nachfrage also den Namen der Gegenseite angebe kommt  bittet er um weitere Hinweise. Bei einer kurzen Information zu  „Dem Fall mit dem  BMW mit der Speziallackierung XYZ“ oder „dem Fall mit der Maschine mit dem dreifachen Doppelflansch rechts“ brauche ich  – sofern diese Angaben nicht wichtig für den Fall sind – hingegen weitere Angaben, wobei mir dann eben neben den Namen die juristischen Konstellationen zu diesem Fall am meisten sagen.

Jetzt hörte ich gerade von einem Kollegen, der Strafrecht macht, dass er ähnliche Probleme hat. Sein Mandant hat wohl mehrere Verfahren gegen sich laufen. Wenn es in einer Besprechung einmal etwas durcheinander geht und der Mandant den Fall nicht mehr Recht zuordnen kann ist seine erste Frage immer:

Was war da die Beute?

5 Responses to “Nach welchem Gesichtspunkt man sich Fälle merkt”

  1. doppelfish sagt:

    Och, die Fälle muss man nur richtig sortieren, dann geht das schon. 😉

  2. corax sagt:

    Ich hab ja schonmal erwähnt, dass ich früher nicht ganz so lieb war. Jedenfalls kriegte ich in den 80ern mal Sozialstunden die ich bei einer Gruppe der Caritas absitzen musste wo der Betreuer als Bewährungshelfer auch oft bei Gericht war.
    In den 80ern waren ja die „Autoradios“ grade in Mode.
    Jedenfalls stand vor dem Amtsgericht Essen ein geständiger Täter vor Gericht und zeigte sich Kooperationsbereit.
    Er hatte wohl so um die 100 Autos oder nochmehr „geöffnet“.
    Der Staatsanwalt hatte sich nun eine Liste über den in Frage kommenden Zeitraum ausdrucken lassen und fragte in etwa so:
    „Blauer Golf am 08. Oktober in der Sperlingstraße?“
    „Roter Kadett am 07. September in der Meisenstraße?“

    Und der Angeklagte antwortete immer so:
    „Ja“
    „Nein“
    „Ja“
    „Nein“
    „Nein“
    „Ja“
    „Ja“
    „Nein, moment doch Ja“
    „Nein“
    „Nein“
    „Ja“ …

    🙂

  3. Brandau sagt:

    Klingt nach einem guten Gedächtnis 🙂

  4. corax sagt:

    Ich vergaß noch, ich glaub der Typ des Autoradios z.Bsp. „Blaupunkt 5xx“ wurde auch noch immer vom Staatsanwalt mit angegeben. Dass soll aber die Gedächtnisleistung des Angeklagten nicht schmälern. Die Anwesenden sollen alle sehr sehr beindruckt gewesen sein.

  5. Really inspiring write-up, thank you.

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