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Ein Kollege berichtete mir von einer frühen Form der juristischen Nachwuchsförderung.

In einem von ihm wahrgenommenen Termin vor Gericht kam der gegnerische Kollege in Begleitung eines jungen Anwärters, der ebenso wie der Kollege in einen Anzug gekleidet war und als der 4-jährige Sohn des Kollegen vorgestellt wurde.  Der Sohn würde gerne einmal wissen, was sein Vater tagsüber so macht, daher habe er ihn einen Tag mitgenommen.

Der Vater fragte das Gericht und den Kollegen noch ob es stören würde, wenn der Sohn an der Verhandlung teilnehmen würde, wogegen niemand etwas hatte. Er nahm also neben seinem Vater Platz und wurde zunächst noch vom Richter zu seinen Personalien, insbesondere seinem Vornamen befragt.

Der Kleine hatte aber in seinem Praktikum wohl schon zumindest einige strafrechtliche Grundsätze aufgeschnappt und machte umfassend von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung überließ er dann auch seinem Vater das Wort.

Diese positive Zurückhaltung führte dazu, dass der Richter ihm zum Abschluß gerne einlud wiederzukommen, zumal „dann auch der Vater sehr umgänglich wäre“.

3 Responses to “Juristische Nachwuchsförderung”

  1. doppelfish sagt:

    Hui, vier Jahre und schon im Anzug. Der arme Junge! Dass der Richter das hat durchgehen lassen … 😉

  2. Toni sagt:

    @ doppelfish: stimmt, so ganz ohne Robe? 😀

  3. Brandau sagt:

    @doppelfish
    Ich hoffe auch mal, dass er diesen Teil als lustiges Verkleiden gesehen hat. Und dann nur etwas Angst im Gerichtssaal hatte. Kann ja etwas einschüchternd wirken.

    @Toni
    Hehehe 🙂

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