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Das Gericht kündigt ein Sachverständigengutachten zu bestimmten Beweisfragen an. Etwas später meldet sich der Mandant. Vielleicht könne man das Sachverständigengutachten ja umgehen. Er habe das alles durchgerechnet und den Berechnungsweg so einfach wie möglich auf ein paar Seiten dargestellt. Wie stunden die Chancen, dass der Richter dann durch Nachrechnen dieser Berechnung selbst zu dem Ergebnis kommt, dass der Vortrag so stimmt?

Mir fiel natürlich zunächst nur der bereits im Titel angegebene Spruch ein: Iudex non calculat, der Richter rechnet nicht. Wenn auch auf andere Fälle gemünzt ist es sicherlich nicht verkehrt zu sagen, dass die meisten Juristen im Berufsleben nicht viel Mathematik benötigen und es deshalb auch nicht zu ihren Spezialgebieten gehört. Zudem müßten einige Maße von Fotos genommen werden, wenn man nicht vor Ort messen will. Auch das ist recht ungenau.

Schaden kann die Berechnung jedenfalls nicht.

5 Responses to “Iudex non calculat”

  1. AlterEgo sagt:

    Entscheidend ist doch, was die Gegenseite dazu sagt?

  2. Brandau sagt:

    Richtig, aber die hat bisher alles bestritten, was sie kann, ob sinnvoll oder nicht, da wird sie sich aufgrund der Berechnung nicht nachgeben. Aber ich sage: Schaden kann es nicht.

  3. ballmann sagt:

    An „iudex non calculat“ habe ich bis zu dem Tag geglaubt, an dem ich erstmals ein Familiendezernat übernehmen musste.
    Die Barwertverordnung und ich sind uns seitdem erheblich näher gekommen.

    In der Sache selbst: Versuch macht kluch

  4. doppelfish sagt:

    Spötter übersetzen die lateinische Phrase ja gerne als „Richter können nicht rechnen“. Die werden sich von dem „so einfach wie möglich“en Rechenweg nun bestätigt sehen.

  5. iudex non calculat war die größte Illusion, von der ich mich verabschiedet habe, als ich das erste Mal eine familienrechtliche Akte zur Hand nahm

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