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Es geht um einen PKW-Verkauf. Die Gegenseite behauptet Mängel, wir bestreiten. Die Schriftsätze gehen hin und her.

Zur näheren Erläuterung seiner Position wird die Gegenseite bildhaft:

Um dies etwas drastischer, volksnah und auch für den Kläger verständlich auf den Punkt zu bringen (das Gericht möge mir die Bemerkung verzeihen):

Der Kläger hat versucht dem Beklagten einen Hure als Jungfrau zu verkaufen.

Schönes Bild. Auch ein netter Seitenhieb ist „für den Kläger verständlich“.

3 Responses to “„Hure als Jungfrau verkauft“”

  1. studiosus juris sagt:

    Ob das Gericht das wirklich verzeiht? Das „für den Kläger verständlich“ ist zwar unsachlich, aber vielleicht noch verständlich. Dass der RA aber einen Satz als „volksnah“ ankündigt, impliziert im Umkehrschluss ja, dass er sonst nicht „volksnah“ schreibt. Ob das nur die Ankündigung war, im nächsten Satz keine juristischen Fachbegriffe zu verwenden, ob er denkt, etwas besseres zu sein, würde mich interessieren.

  2. Achileas sagt:

    Sehr geehrter Herr Kollege,

    ich habe lange überlegt, ob ich diesen Satz wirklich verwenden sollte. Als Südländer geht von Zeit zu Zeit das Temperament mit mir durch und es kommt zu solchen –zugegeben unsachlichen- Bemerkungen.
    „Redekunst die nicht aufrüttelt, ist für mich keine Redekunst“
    war da das Motto des Senators und Rechtsanwaltes Cicero. Und war er nicht auch Südländer?
    Um ehrlich zu sein, hatte ich alles von langer Hand geplant. Würde ich es damit in den Blog des Kollegen schaffen? Würde die Kammer mich ermahnen, die Anwaltskammer mit meinem Rauswurf drohen?
    Es hat geklappt! Zumindest die Sache mit dem Blog (auf den Rest kann ich gerne verzichten). Auch muss ich zugeben, dass ich bei Absendung des Schriftsatzes noch recht mutig war. Aber als ich dann vor drei Richterinnen stand, sah die Sache schon anders aus.
    Über die Einleitung und die volksnähe habe ich –zugegeben- weniger nachgedacht. Wohl über den Seitenhieb. Aber was soll‘s, trotzdem verloren. Glückwunsch an Sie, Herr Kollege. Obwohl die Begründung hierfür dann –zumindest für mich- doch eine ganz unerwartete war.

    Ein interessanter und lesenswerter Blog übrigens. Weiter so!

  3. Brandau sagt:

    @studiosus juris
    Schreiben müssen letztendlich das Gericht überzeugen, der Mandant muss sich nicht überzeugt, sondern nur guzt vertreten fühlen. Insofern kommt es schon einmal vor, dass man nicht volksnah schreibt.

    @Achileas
    Nicht nur als Blogger freue ich mich immer, wenn die Schriftsätze etwas buntere Formulierungen enthalten, insofern kam Ihr Schriftsatz gerade richtig (wenn auch sehr kurzfristig vor dem Termin, was ja aber an der Fristsetzung des Gerichtes lag).
    Vielen Dank für Glückwunsch und Lob! Ich hoffe Sie lesen auch über den Fall hinaus weiterhin mit!

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