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Wie bei vielen zivilrechtlich geprägten Kanzleien ist es auch bei Dr. Knetsch und Partner üblich in der „Wir-Form“ zu schreiben. Die Stellungnahme erfolgt für die Kanzlei, die ja aus mehreren Anwälten besteht. (Im Gegensatz zum Strafrecht, dort erfolgt die Stellungnahme gerade nicht im Namen der Kanzlei, da die Anzahl der Verteidiger beschränkt ist).  Mitunter spricht man dann von sich in der dritten Person, man schreibt also z.B. „ist der Unterzeichner an der Terminswahrnehmung gehindert“. Man schreibt auch in Schriftsätzen an das Gericht von dem Mandanten in abstrakter Form, also z.B. von dem Kläger oder dem Beklagten, da dies zum einen die Zuordnung leichter macht und zum anderen das persönliche, subjektive etwas zurücknimmt.

Bei mehreren in einem Schreiben angesprochenen Personen verwende ich in einem formelleren Schreiben auch Formulierungen wie „…wie Sie, sehr geehrter Herr Müller, mir mitgeteilt hatten, haben Sie, sehr geehrter Herr Meyer, inzwischen bereits …“

Jetzt bekomme ich ein Schreiben mit dem die (nicht anwaltlich vertretene) Gegenseite eine Besprechung mit folgenden Formulierungen zusammenfasst:

Sehr geehrter Herr Brandau,

ich fasse die wesentlichen Ergebnisse der Verhandlung mit Ihnen noch einmal wie folgt zusammen.

(…) Dabei wurde dies und das festgestellt. Das sieht Herr Brandau auch so.

(..:)

Mit freundlichen Grüßen

Müller

5 Responses to “„Herr Brandau sieht das auch so“”

  1. RA JM sagt:

    Herrlich auf den Punkt gebracht. Applaus!

  2. Nureinstudent sagt:

    Wobei ich bezweifeln würde, ob aus der bloßen Formulierung von Schriftsätzen in der Wir-Form sich schlüssig ein Verstoß gegen § 137 StPO ableiten lässt.
    Oder gibt es einschlägige Urteile?

  3. Brandau sagt:

    Ich denke nicht. Üblich(er) ist es trotzdem.

  4. Gulia sagt:

    Das Vertragt von Lissabon:
    „Tatsächlich erhöhte Innenminister Schäuble bereits den Druck auf die Richter. Ende Januar pochte er in Karlsruhe auf die Zuständigkeit des mehrheitlich gewählten Parlaments für die Gesetzgebung. Mit Blick auf die bevorstehende Anhörung des Verfassungsgerichts zum EU-Reformvertrag unterstrich Schäuble, er habe keinen Zweifel, dass dieser „in vollem Umfang dem Grundgesetz entspricht“. Ob die Richter dies auch so sehen, wird allerdings erst in einigen Wochen verkündet“

  5. Sehr schön. Er sollte über sich selbst das frederizianische „Er“ bevorzugen. Ich spreche von mir am liebsten in der dritten Person. Dann falle ich nicht so auf.

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