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In einer Eilsache mußte ich kurzfristig Akteneinsicht nehmen. Da ich eh an dem Landgericht zu tun hatte bin ich also auf die zuständige Geschäftstelle um mir dort die Akte geben zu lassen. Dort ging es wohl wegen Urlaubs anderer Kolleginnen hoch her, die Akte ließ sich erst nicht finden, die Mitarbeiterin ging kurz an anderen Stellen die Akte suchen. Während ich auf sie wartete sah ich, dass eine andere Geschäftsstellenmitarbeiterin gerade ein Urteil nach Diktat tippte:

Im zügigen 2-Finger-Suchsystem.

Es handelte sich, wie ich aufgrund des Alters vermute, um eine erfahrene Angestellte. Das ist glaube ich in einer Rechtsanwaltskanzlei unvorstellbar. Wenn bei uns ein Schriftsatz geschrieben wird veschwimmen die Finger der ReNos eher zu nebelhaften Umrissen. Aber es erklärt immerhin die mitunter auftretende Wartezeit auf Protokolle etc.

EDIT:

Der Grund dürfte übrigens in den früheren Verwaltungsstrukturen liegen. Während heute auf „Serviceinheiten“ gesetzt wird, die alle Arbeiten durchführen, wurde früher strikt zwischen Schreibkräften und höheren Verwaltungstätigkeiten getrennt. Eine Mitarbeiterin, die höhere Verwaltungstätigkeiten machte mußte demnach nicht tippen und hat es daher auch nicht gelernt. Nunmehr müßte sie es zwar können, eine Weiterbildung hierfür erfolgt aber wohl nicht und ist aus altem Standesdenken heraus vielleicht auch gar nicht erwünscht.

6 Responses to “Ein Grund warum Gerichte langsam sind”

  1. Referendar sagt:

    beim AG Kitzingen bekommen die Beteiligten ihr Protokoll gleich nach Ende des Termins in die Hand gedrückt. Service made in Bayern.

  2. Während ich auf sie wartete sah ich, dass eine andere Geschäftsstellenmitarbeiterin gerade ein Urteil nach Diktat tippte.

    Sie tippte aber schon auf der Tastatur eines Computers? Oder war es die gute alte Gabriele?

  3. zeitverschwendung…

    nicht nur ich rege mich auf, wenn’s bei gericht mal länger dauert. herr brandau scheint ähnlich erfahrungen gemacht zu haben. zumindest hat er eine weitere ursache gefunden.

    übrigens: in dem beitrag von herrn brandau findet sich doch t…

  4. Brandau sagt:

    Eine Gabriele war es glücklicherweise nicht mehr 🙂

  5. […] vorteile und nachteile Für den Rechtsanwalt: Wunderbare Arbeitserleichterung gegen Geld Als Beruf: Ich gebe […]

  6. A. Schubert sagt:

    Und eine Spracherkennung war auch nicht im Einsatz, oder? Hier „tippen“ die ReNos auch nicht mehr so schnell, weil ja bereits 99% richtig „spracherkannt“ wurden.

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