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Die Kanzlei ist im 3 Stock eines Gebäudes. Bisher habe ich nie darüber nachgedacht, wie breit der Fahrstuhl ist. Nun fragte ein Mandant nach dem wir einen Besprechungstermin vereinbart haben, ob er bei uns mit dem Rollstuhl hochkommt.

Da sieht man das Gebäude schließlich mit ganz anderen Augen. Ich habe mir  erst einmal die Maße geben lassen, die wir mindestens brauchen und dann nachgemessen. Die Theorie sagte, dass es passen würde.

Die Praxis dann glücklicherweise auch.

8 Responses to “Behindertengerecht? Wie breit ist eigentlich ein Rollstuhl”

  1. doppelfish sagt:

    Da gibt’s doch bestimmt Normen, wir sind ja schliesslich in Deutschland, nicht wahr. So denn alle Rollis normgerecht sind, dürfte da ja eigentlich nix schiefgehen. Und solange alle Rollifahrer normgerecht sind, … oh, Moment mal …

  2. Toni sagt:

    muss generell ein schmaler Fahrstuhl sein, wenn man nicht schon mit bloßem Auge sieht, ob das passt?

  3. Brandau sagt:

    @doppelfish
    Da wird es bestimmt eine DIN-Norm geben, aber wenn die nun gerade bei uns nicht eingehalten worden wäre, dann wäre mir das sehr unangenehm gewesen. Und bisher hatte ich einfach noch nicht darüber nachgedacht, ich nehm eh meist die Treppe (wenn man den ganzen Tag sitzt muß man ja an Bewegung mitnehmen was man kann)

    @toni
    Der Fahrstuhl selbst hätte gepaßt, auch wenn es eher ein 2-3 Personen-Fahrstuhl ist, aber die Tür kam mir recht schmal vor.

  4. corax sagt:

    Ich bin bei dem Thema doppelt betroffen, einmal selbst fußlahm andererseits als Landschaftsgärtner zig Treppenanlagen und wenig Rampen gebaut sowie unzählige Eingangsbereiche gepflastert und Wege angelegt. Bei Altbauten muss man halt meistens mit der Substanz leben, aber wenn Rampen an öffentlichen Gebäuden heute aus Denkmalschutzgründen gerichtlich verboten werden, oder öffentliche Neubauten immer noch nicht barrierefrei geplant und ausgeführt werden, könnt ich jedesmal …
    Ja es gibt bei uns zig Normen dafür, aber es werden auch heute noch öffentliche Gebäude so gebaut, dass sie nicht barrierefrei sind, obwohl das finanziell oder ausführungstechnisch gar kein Problem wäre. Teilweise wäre sogar ein ebenerdiger Zugang problemlos möglich und billiger gewesen, wo wir schon Treppen hingebaut haben. Man kann nicht immer alles berücksichtigen, aber vieles läuft einfach aus bloßer Ignoranz und Dummheit schief.
    Hier mal eine Blogempfehlung.
    In anderen Ländern funktioniert das oft besser.

  5. doppelfish sagt:

    Och, andere Länder gibt’s solche und solche. Über die teilweise durchaus umfangreichen Bauvorschriften, die wir hierzulande haben (und die zweifellos ein gerüttelt Maß an Rechtsanwälten mit Arbeit versorgen, ob die das mögen oder nicht) habe ich mit einem Bekannten gerne, oft und dann ausgiebig gescherzt.
    Als der dann EU sei Dank, nach Belgien zog, änderte er seine Meinung noch bevor der Umzug richtig losgegangen war. In seiner Wohnung in Deutschland hatten die Möbel noch locker durch den Treppenaufgang gepasst. Und durch die Haustür. Und sonst auch überall.
    Aber er wollte sowieso neue Möbel. Sagt er jedenfalls 😉

  6. Brandau sagt:

    @corax: Wie gesagt, es hat im Endeffekt alles gepaßt. Man sieht dann eben nur die ganzen Räumlichkeiten plötzlich unter einem anderen Gesichtspunkt. Wie eng ist der Fahrstuhleingang? In welche Richtung geht die Tür auf? Ist der Gang dann nicht zu eng um mit einem Rollstuhl in den Fahrstuhl zu kommen? Besser gleich eines der unteren Besprechungszimmer reservieren, sonst muß er ja noch mal in den Fahrstuhl etc.

    @doppelfish
    Ja, mitunter sind Vorschriften und Normen auch ein Segen, weil man bei der Erstellung dieser und deren Überprüfung an mehr denken kann als bei jeden einzelnen Bauwerk. Andererseits sind neue Möbel ja auch was schönes 😉

  7. doppelfish sagt:

    Segensreich ist mit ganz grosser Regelmässigkeit der Kontakt mit dem einen oder anderen Behinderten, ob jetzt blind oder Rolli oder was auch immer. Da lernt man, worauf’s ankommt. Damit kann keine Vorschrift mithalten.

  8. Brandau sagt:

    Praktische Erfahrung schlägt theoretische Erfahrung ja in den allermeisten Fällen. Aber die praktische Erfahrung anderer sollte sich natürlich im Idealfall bei der Erstellung der Vorschriften ausgewirkt haben.

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