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Ein neuer Mandant wird durchgestellt. Er trägt sein Anliegen mit einer Stimme vor, die direkt aus einem Horrofilm stammen könnte:

Ein tiefes-flüsterndes Etwas von Stimme wie es Tontechniker wahrscheinlich nur unter schwersten Verrenkungen erzielen können.  Vermutlich müssen selbst diese das Äquivalent eines Sargdeckels über das Mikrofon ziehen und großzügig mit Friedhofserde überdecken. Eine Synchronrolle für einen Vampir, allerdings nicht die glitzernde Art, hätte der Mandant bereits nach dem ersten „Hallo“ gehabt.

Ich frage nach, ob alles in Ordnung ist. Er fragt nach, warum ich nachfrage. Ich sage ihm, dass seine Stimme äh… etwas leise zu hören ist (man will dem Mandanten ja nicht sagen, dass man sich nicht sicher ist, ob er gerade stirbt oder bereits gestorben ist, weitere Möglichkeiten aber nach vorläufiger Prüfung eher ausschließt).

Mandant: (Grabstimme) „Oh, das muss an der Verbindung liegen, ich höre sie auch sehr schlecht. ich rufe sie gleich noch mal über das Festnetz an“

Wenig später klingelt das Telefon nochmal. Diesmal mit einer ganz normalen, hellen, freundlichen Stimme.Es scheint wirklich lediglich die Verbindung gewesen zu sein.

Ich behalte mir dennoch vor, vor etwaigen Besprechungsterminen einen angespitzten Holzpflock bereit zu legen

2 Responses to “Anrufe aus der Gruft”

  1. RA Hart sagt:

    ich unterstelle, dass Sie dann § 168 StGB im Auge behalten?
    Nicht dass die Besprechung dann ins Auge geht, bei wem auch immer…

  2. Pickel sagt:

    HAhahaha solche Erlebnisse erheitern doch immer wieder während der Arbeitszeit 🙂

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