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Der Kollege schreibt:

„Noch etwas zu Ihrem besseren Verständnis, sehr geehrter Herr Kollege Brandau:“

Dann wird der Sachverhalt noch einmal geschildert, abweichend von unserer Darstellung.

Der Kollege, mit dem ich durchaus häufiger zu tun habe, schreibt sonst in seine Schreiben eigentlich keine persönlichen Anreden.

Da stellt sich die Frage, was er mir damit sagen will. Das mein Mandant mir den Sachverhalt falsch schildert? Aber abweichende Sachverhaltsdarstellungen der jeweiligen Parteien sind ja normal in anwaltlichen Schriftsätzen.

Bliebe also nur die Aussage, dass er es gerade mir erklären will, weil gerade ich es nicht bergreife. Also eine kleine  persönliche Spitze.

Oder natürlich Überinterpretation einer Floskel.

Wann verwenden denn die werten Kollegen solche Formulierungen oder wie würden sie sie bewerten? Anmerkungen gerne in den Kommentaren

10 Responses to “Anreden direkt im Schreiben und deren Bedeutung”

  1. RA JM sagt:

    Könnte ähnliche Bedeutung habe wie meine gelegentlich verwendete Formulierung: „zu Ihrer offensichtlich erforderlichen Information … “ 😉

    Kurzform: Doofi

  2. Peter sagt:

    „DaSS mein Mandant …“

  3. Nun-ex-Referendar sagt:

    Ich verwende diese Formulierung, wenn der Brief/das Anschreiben/eine Mail an mehrere Personen gerichtet ist.

  4. Liz sagt:

    Sie müssen enorm unausgelastet sein, wenn das Ihre Aufmerksamkeit überhaupt beschäftigt 😉
    Über die Kommunikation und die Divergenzen zwischen Erklärendem und Empfängerhorizont gibt es jenseits des Verständnisses unter uns Juristen aber ein auch insoweit gelegentlich aufschlussreiches Helferlein mit „Miteinander Reden 1+2+3“ von Friedemann Schulz von Thun. Soll nicht nur für Ehepaare am Steuer oder Beifahrersitz bei Rot/Grün-Ampeln schon den einen oder anderen aha-Effekt gehabt haben
    heitere Grüße !

  5. Selten sagt:

    Ganz klar persönliche Spitze!

  6. Schaffi sagt:

    Er will in der Sache telefonieren. ME.

  7. @ Peter:
    „daß mein Mandant …“

  8. Andy M sagt:

    Ich interpretiere dies so, dass der Kollege auf eine bestimmte Sache besonders hinweisen will. Vielleicht ist die Sache aber nur schnell diktiert worden und der Kollege hat sich garn nichts Besonderes dabei gedacht.

  9. Marie sagt:

    Das ist m.E. schon eine persönliche Stichelei. Die Steigerungsform ist dann, wenn es in der gerichtlichen Korrespondenz sodann nicht heißt: „Der Kläger liegt falsch; der Beklagte irrt, etc.“, sondern „der Verfahrensbevollmächtigte verkennt, der Klägervertreter trägt falsch vor…“

    Ich finde, das ist schlechter Stil. Wir sind ja „nur“ die anwaltlichen Vertreter der Parteien. Was ich schreibe, kennzeichne ich stets als Aussage oder Meinung des Mandanten und gehe auch zugunsten des Gegenanwalts davon aus, daß es sich um den Bockmist seines Auftraggebers handelt, der dort vorgetragen wird. Selbst wenn die Annahme naheliegt, daß sich der Gegenanwalt etwas zu persönlich in der Sache engagiert oder es sich um krude Rechtsauffassungen handelt, die tatsächlich nur dem Anwalt eingefallen sein können.

  10. doppelfish sagt:

    Die Kombination „sehr geehrter Herr Kollege Brandau“ ist schon was. „Herr Kollege“, „Herr Brandau“ oder „sehr geehrter Kollege“ hätte ich erwartet, aber in voller Länge hört sich das nach einer Spitze an.

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