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Wenn ein Mandant auf einen geringen Betrag verklagt wird kommt immer mal wieder gerne die Frage, ob man auf so einen niedrigen Betrag überhaupt klagen darf! Das Gericht solle die Klage bereits wegen des geringen Betrages zurückweisen.*

Es gibt aber keinen Mindestbetrag. Theoretisch kann man jemanden auf einen Cent verklagen.

Die einzige leichte Hürde ist, dass die Gerichtskosten und Anwaltskosten sich bis zu einem Streitwert von bis 300 € gleich berechnen. Wer also auf 5 € klagt, zahlt das gleiche wie derjenige, der auf 140 € klagt. Im Verhältnis zum Streitwert hat er insoweit ein höheres Kostenrisiko.

Ein Grenzbetrag, ab dem erst geklagt werden kann, wäre auch fatal. Denn dann wäre unterhalb dieses Betrages ein rechtsfreier Raum und genug Leute würden das ausnutzen, also beispielsweise bei jedem Vertrag einen Kleinbetrag einbehalten, weil er ja nicht einklagbar ist.

*Wollen Mandanten selbst niedrige Beträge klagenweise geltend machen, fragen sie allerdings nie, ob man sie einklagen kann.

6 Responses to “Ab welchem Betrag kann man klagen?”

  1. Toni sagt:

    Rechtsgewährungsanspruch.
    Wie oft klagt denn in der Praxis jemand sehr kleine Beträge ein und was war der bisher Niedrigste?

  2. Brandau sagt:

    Also es wollte mal jemand 5 € Mahngebühren einklagen. Wovon ihm maximal 3 € zugestanden hätten, wenn er einen Verzug und danach ein Mahnschreiben hätte belegen können. Hätte ich das Mandat angenommen, dann wäre das die niedrigste Klage gewesen. So war es irgendwas um die 35 € würde ich mal vermuten.

    • Mathias sagt:

      Nur welcher Anwalt wird wegen einem Steitwert von 35 € tätig werden? Wahrscheinlich werden die meisten Anwälte dies ablehnen, weil für diese Arbeit nicht genug gezahlt wird. Ich hatte einen Streiwert von 40 € (Schwarzfahrergebühr) und sprach mit einem RA, dieser sagte, wenn ich 100 € auf den Tisch lege würde er dies machen. Und meine Rechtschutzversicherung zahlt dann alle anfallenden Kosten. Irgendwie verstehen konnte ich diesen Anwalt.

      Ich hatte dann meine Rechtschutzversicherung angerufen und sagte denen, super ich bin zwar versichert, aber kein Anwalt will für diesen geringen Streitwert arbeiten. Es gab dann doch einen Anwalt welcher sich für mich eingesetzt hat, dank meiner Versicherung, er hat erst angefangen zu arbeiten als Klage erhoben wurde (war mit ihm abgesprochen, alles was ich selber machen kann usw.). Bis zum Mahnbescheid hatte ich das in der Hand und als das Gericht auf Antrag die mündliche Verhandlung angesetzt hat haben die Anwälte Hass & Kollegen (so hat ein RA diese Herren genannt) ihre eigene Klage zurückgezogen. Hat mich gefreut, aber so richtig verstanden habe ich dies nicht… erst klagen und dann die eigene Klage zurückziehen, wo doch vorher klar war das die verliegen würden, da ich bei der Kontrolle meinen Fahrschein vorgezeigt hattte, aber das war der Bahn nicht gut genug.

  3. Hobbykläger sagt:

    Ist es nicht vielmehr bei einem Streitwert von 0,01 EUR bis 300,00 EUR gleich?

    Vollkommen richtig, habe es korrigiert, keine Ahnung wo ich da mit meinen Gedanken war

  4. studiosus juris sagt:

    Vielleicht wäre es für den Beitrag hilfreich, hineinzuschreiben, dass in manchen Bundesländern bei geringen Beträgen erst ein Schlichtungsverfahren durchgeführt und gescheitert sein muss, bevor Klage erhoben werden kann (außer, glaube ich, wenn die Parteien aus verschiedenen LG-Bezirken kommen).
    War da nicht was mit € 500?

  5. doppelfish sagt:

    Die interessante Frage ist ja eher: „Ab welchem Betrag sollte man klagen?“. Weil, „es geht um’s Prinzip, nicht um’s Geld“. Was üblicherweise heisst, daß es um’s Geld geht 🙂

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