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In der Süddeutschen Zeitung wird auf eine neue Studie hingewiesen, die die Schwierigkeiten von Vätern und ihr Rollenverständnis näher untersucht hat.

Die Befunde sind nicht wirklich neu:

  • die klassische Ernährerrolle für Männer hat in der Gesellschaft immer noch die größte Akzeptanz
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird nur aus Sicht der Frau debatiert, Männer stehen unter Rechtsfertigungsdruck wenn sie eine längere Erziehungszeit nehmen
  • Beratungsangebote für den Wiedereinstieg sind auf Frauen zugeschnitten
  • Frauen wählen Berufe, die eine Übernahme der Ernährerrolle erschweren

Das die Gesellschaft noch nicht wirklich bereit ist für Väter, die die Kinderbetreuung übernehmen wollen zeigt sich eigentlich schon in den Gesetzesformulierungen des Familienrechts:

So weist § 1626 a BGB bei nichtehelichen Kindern der Mutter die elterliche Sorge zu:

§ 1626a BGB Elterliche Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern; Sorgeerklärungen

(1) Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge dann gemeinsam zu, wenn sie
1. erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärungen), oder
2. einander heiraten.

(2) Im Übrigen hat die Mutter die elterliche Sorge.

Und in § 1615 l BGB ist der Betreuungsunterhalt des Vaters verschämt an das Ende der Norm gesetzt worden, so dass der Betreuungsunterhalt für die Frau zunächst den Regelfall bildet.

§ 1615l Unterhaltsanspruch von Mutter und Vater aus Anlass der Geburt

(1) Der Vater hat der Mutter für die Dauer von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes Unterhalt zu gewähren. Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten, die infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung außerhalb dieses Zeitraums entstehen.

(2) Soweit die Mutter einer Erwerbstätigkeit nicht nachgeht, weil sie infolge der Schwangerschaft oder einer durch die Schwangerschaft oder die Entbindung verursachten Krankheit dazu außerstande ist, ist der Vater verpflichtet, ihr über die in Absatz 1 Satz 1 bezeichnete Zeit hinaus Unterhalt zu gewähren. Das Gleiche gilt, soweit von der Mutter wegen der Pflege oder Erziehung des Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. Die Unterhaltspflicht beginnt frühestens vier Monate vor der Geburt und besteht für mindestens drei Jahre nach der Geburt. Sie verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Dabei sind insbesondere die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

(3) Die Vorschriften über die Unterhaltspflicht zwischen Verwandten sind entsprechend anzuwenden. Die Verpflichtung des Vaters geht der Verpflichtung der Verwandten der Mutter vor. § 1613 Abs. 2 gilt entsprechend. Der Anspruch erlischt nicht mit dem Tode des Vaters.

(4) Wenn der Vater das Kind betreut, steht ihm der Anspruch nach Absatz 2 Satz 2 gegen die Mutter zu. In diesem Falle gilt Absatz 3 entsprechend.

Das junge Väter die Idee bekommen könnten, dass sie die Ernährerrolle übernehmen müssen, während die Erziehung und Betreuung Frauenrecht bzw. -pflicht ist erstaunt insofern wenig. Wer eine stärkere Beteiligung von Vätern will sollte auch bereit sein, ihnen mehr Rechte zuzugestehen und ihre Rolle in diesem Bereich als gleichwertig darzustellen.

One Response to “Zur Situation der Väter”

  1. frank sagt:

    „Das junge Väter die Idee bekommen könnten, dass sie die Ernährerrolle übernehmen müssen, während die Erziehung und Betreuung Frauenrecht bzw. -pflicht ist“

    Da ist aber was dran. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen…

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