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Wenn ein Elternteil Kindern aus einer früheren Partnerschaft Unterhaltspflichtig ist stellt sich die Frage, ob er in einer zweiten Partnerschaft dann seinen Beruf aufgeben und die Haushaltsführung und Kinderbetreuung übernehmen darf.

Hierbei wägt die Rechtsprechung das Interesse der Eheleute an dieser Rollenverteilung gegen die Unterhaltspflicht ab.

Unterhaltsrechtlich zulässig (das bedeutet ihm wird kein fiktives höheres Einkommen zugerechnet) ist diese Rollenverteilung dann, wenn wirtschaftliche Gesichtspunkte oder sonstige Gründe von erheblicher Bedeutung, die einen erkennbaren Vorteil für die neue Familie mit sich bringen, den Rollentausch rechtfertigen (BGH FamRZ 1996, 796). Dies kann der Fall sein, wenn der Ehepartner der neuen Verbindung besonders gut verdient und insoweit diese Rollenverteilung insgesamt ein höheres Familieneinkommen ergibt.

Ob sich auch hier die stärkere Pflicht eine Fremdbetreuung zu nutzen auswirkt bleibt abzuwarten. Hierzu liegen noch keine Urteile vor.

Auch in den Fällen eines berechtigten Rollentausches muß der Unterhaltspflichtige aber Einkünfte aus geschuldeten Nebentätigkeiten sowie ein durch den Ehegatten zu zahlendes Taschengeld ggfs. für den Unterhalt einsetzen.

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