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Der Kollege Feltus macht sich Gedanken, wofür der Gewinn in Höhe von 100.000 € des „Supertalents“ Michael Hirte wohl hingehen und vermutet, dass sich seine angeblich von ihm geschlagene Frau hiervon ein Stückchen abschneiden möchte.

In dem in dem Artikel verlinkten Beitrag heißt es:

Im August soll seine Ehefrau Jaqueline Strafanzeige bei der Polizei erstattet haben. Gegenüber der „Bild“ erklärte seine Ehefrau „Er hat mir mit dem Ellenbogen ins Gesicht geschlagen. Er ist ein Trinker. Ich bin zu meiner Freundin geflüchtet und habe die Scheidung eingereicht.“

Damit allerdings hat sie familienrechtlich nichts mehr von seinem Gewinn. Dieser fällt nämlich allenfalls in den Zugewinn und dort gilt das Stichtagprinzip. Es wird also für die Zugewinnberechnung nur das Vermögen an dem Tag, an dem ihm der Scheidungsantrag durch das Gericht zugestellt wurde, berücksichtigt. Der Gewinn, der später angefallen ist, fällt damit nicht darunter. Die Frau geht leer aus.

Sie kann allerdings den Gewinn noch für sich nutzbar machen, wenn sie den Scheidungsantrag zurücknimmt (und einen Tag später wieder einreicht). Dann gilt nämlich ein neuer Stichtag. der den Gewinn noch mit einbezieht. Herr Hirte kann dies verhindern, indem er einen eigenen Antrag in dem Scheidungsverfahren einreicht, was dazu führt, dass sie ihren Scheidungsantrag nur noch mit seiner Zustimmung zurücknehmen kann. Wenn beide gut beraten sind und von dem Gewinn noch etwas übrig bleibt, nachdem Schulden etc gezahlt sind, dann liegen entsprechende Schriftsätze bereits in dem Gerichtsbriefkästen. Mal sehen, wer das Rennen gewinnt.

6 Responses to “Warum es günstig sein kann, den Scheidungsantrag zurückzunehmen (und gleich wieder einzureichen)”

  1. BV sagt:

    Kann die Frau denn diesen Weg gehen, allein um noch mehr Knete in die Berechnung mit einzubeziehen, die eigentlich nicht mit einbezogen werden würde?

  2. Brandau sagt:

    Wenn sie den Scheidungsantrag zurückziehen kann ist es ganz egal, warum sie es macht. Er hätte ja ebenfalls einen Scheidungsantrag stellen können.
    Selbst wenn sie also diese Vorgehensweise nur wählt um an einen evt. Gewinn ranzukommen ist es zulässig.

  3. Jerome sagt:

    Ein toller kleiner Beitrag zu einem aktuellen Problem, so etwas möchte man in einem Jurablog lesen, großartig! ***** Toll wäre zur Perfektion jeweils noch die Nennung der einschlägigen Normen.

  4. Brandau sagt:

    Danke, freut mich wenn der Artikel gefällt/hilft
    Die Normen sind zum großen Teil in dem verlinkten Artikel zum Zugewinn enthalten (bitte oben auf „Stichtagprinzip“ klicken).

  5. ballmann sagt:

    tja, wenn es da bloß nicht den § 1378 II BGB (noch) gäbe:

    (2) Die Höhe der Ausgleichsforderung wird durch den Wert des Vermögens begrenzt, das nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstands vorhanden ist.

    Hirte muss bis zur Rechtskraft der scheidung als nur genügend Geld ausgeben

  6. Jessica sagt:

    Sehr geehrter Herr Brandau,

    ich habe eine Frage bezüglich des Trennungsunterhaltes. Mein Mann hat mich und unsere zwei gemeinsamen Kinder, 2 und 5 Jahre im Juni 08 verlassen. Nachdem ich im September Unterhaltsforderungen geltend machen wollte hat er Ende September eine Rentenversicherung zum 1.Oktober 08 in Höhe von 1000€ abgeschlossen, und mir gesagt dass er damit den Unterhalt reduzieren darf. Er beruft sich darauf, dass er 24% von seinem Bruttolohn abziehen darf. Da wir auf seine finanzielle Unterstützung angewiesen sind, würde ich mich sehr über eine Information freuen.

    Mit freundlcihen Grüßen
    Jessica

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