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Wer das Pech hatte, dass aus einem One-Night-Stand oder einer kurzen Beziehung mehr wird, nämlich ein Kind, der erfährt davon mitunter erst, wenn er morgens einen Brief aus dem Briefkasten holt, indem ihm seine mögliche Vaterschaft mitgeteilt wird und er aufgefordert wird an einem Vaterschaftstest teilzunehmen.

Viele fragen sich dann, ob sie an einem solchen Test überhaupt teilnehmen müssen.

Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, ob man überhaupt als Vater in Betracht kommt. Eine Einengung für Vaterschaftskandidaten ermöglicht dabei der § 1600BGB:

§ 1600 d BGB Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft

(1) Besteht keine Vaterschaft nach § 1592 Nr. 1 und 2, § 1593, so ist die Vaterschaft gerichtlich festzustellen.

(2) Im Verfahren auf gerichtliche Feststellung der Vaterschaft wird als Vater vermutet, wer der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat. Die Vermutung gilt nicht, wenn schwerwiegende Zweifel an der Vaterschaft bestehen.

(3) Als Empfängniszeit gilt die Zeit von dem 300. bis zu dem 181. Tage vor der Geburt des Kindes, mit Einschluss sowohl des 300. als auch des 181. Tages. Steht fest, dass das Kind außerhalb des Zeitraums des Satzes 1 empfangen worden ist, so gilt dieser abweichende Zeitraum als Empfängniszeit.

Das Geburtsdatum sollte dem Schreiben zu entnehmen sein. Wenn die „Beiwohnung“ nicht innerhalb des Zeitraums vom 300. bis 181. Tag vor dem Geburtsdatum stattgefunden hat, dann spricht vieles dafür, dass man nicht der Vater ist. Fällt aber die Beiwohung in diesen Zeitraum, so kommt man als Vater in Betracht.

Eine Regelung, nach der die Untersuchung zur Feststellung der Vaterschaft auch in einem Prozess zwangsweise erfolgen kann ist in § 372 a ZPO geregelt:

§ 372a ZPO Untersuchungen zur Feststellung der Abstammung

(1) Soweit es in den Fällen der §§ 1600c und 1600d des Bürgerlichen Gesetzbuchs oder in anderen Fällen zur Feststellung der Abstammung erforderlich ist, hat jede Person Untersuchungen, insbesondere die Entnahme von Blutproben zum Zwecke der Blutgruppenuntersuchung, zu dulden, soweit die Untersuchung nach den anerkannten Grundsätzen der Wissenschaft eine Aufklärung des Sachverhalts verspricht und dem zu Untersuchenden nach der Art der Untersuchung, nach den Folgen ihres Ergebnisses für ihn oder einen der im § 383 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 bezeichneten Angehörigen und ohne Nachteil für seine Gesundheit zugemutet werden kann.

(2) Die Vorschriften der §§ 386 bis 390 sind entsprechend anzuwenden. Bei wiederholter unberechtigter Verweigerung der Untersuchung kann auch unmittelbarer Zwang angewendet, insbesondere die zwangsweise Vorführung zum Zwecke der Untersuchung angeordnet werden.

Der Eingriff muß demnach erforderlich sein, was nicht der Fall ist sofern alle anderen Beweismöglichkeiten erschöpft sind. Kann zB andererweitig bewiesen werden, dass es in der Empfängniszeit nicht zu einem Beischlaf gekommen ist, dann ist auch ein Vaterschaftstest nicht erforderlich.

Ist er erforderlich kann eine DNA-Analyse durchgeführt werden. Der Wahrscheinlichkeitswert bzw. der Ausschlußwert der Vaterschaft beträgt dabei üblicherweise 99,9 %.

Andere Beweismittel sind etwa:

  • das Blutgruppengutachten: Kinder können je nach Blutgruppe der Eltern selbst nur bestimmte Blutgruppen haben. Sind diese jeweils bekannt kann sich hier zumindest ein Auschluß, nicht aber der Beweis der Vaterschaft ergeben.
  • Erbbiologische Gutachten. Mitunter kann, gerade bei fortgeschrittenen Alter des Kindes (ab 4 Jahren), ein erbbiologisches Gutachten eingeholt werden. Dabei werden ca. 300 sichtbare Merkmale bei Mann und Kind verglichen.
  • Tragzeitgutachten: Das Tragzeitgutachten dient der Eingrenzung des Zeugungszeitpunktes Im Zusammenhang mit Erkenntnissen über den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs kann es erhebliche Zweifel an der Vaterschaft begründen.
  • Gutachten über Zeugungsunfähigkeit: Das Problem bei einem Gutachten über die Zeugungsunfähigkeit ist, dass es etwas über die Zeugungsfähigkeit zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs sagen muß. Es kann daher nur selten im Nachhinein eingeholt werden.

Die Anordnung der Begutachtung erfolgt durch Beweisbeschluß des Prozessgerichts.

Meint der Mann, dass die Vaterschaft bereits aufgrund anderer Beweise ausgeschlossen ist so kann er von einem Weigerungsrecht gemäß §§ 386 – 389 ZPO Gebrauch machen. Über die Rechtmäßigkeit der Weigerung wird dann in einem Zwischenverfahren durch Zwischenurteil entschieden, gegen das die sofortige Beschwerde (§ 387 III ZPO) möglich ist

3 Responses to “Vaterschaftstest: Kann man sich weigern einen Test durchführen zu lassen?”

  1. Hiermit möchte ich auf meinen Fall aufmerksam machen.

    Ich habe ein gefälschtes DNS-Gutachten übers Gericht bekommen von einem öffentlich bestellten und beeidigten Sachverständigen für Blutgruppengutachten. Dieser Sachverständige ist in Würzburg, Gotha, Rumänien und sogar in Dubai tätig.

    Fertigt dieser Gutachter bei den Scheichs in Dubai auch Blutgruppengutachten ohne Blutgruppe an?

    Mir wurde mit behördlicher Genehmigung ein Kuckuckskind untergeschoben.

    Beim Jugendamt Kitzingen sind Akten über diese Familie verschwunden.
    Das Jugendamt Kitzingen kennt die Familienverhältnisse dieser Familie sehr genau und unternimmt nichts.

    Jetzt kommen alle Familiengeheimnisse dieser Familie ans Tageslicht, auch wenn manche schon über 60 Jahre zurück liegen.

    Dieser Familie, die mir ein Inzest – Kuckuckskind unterschieben will, muss endlich das Handwerk gelegt werden!

    Es wirft nun auch ein völlig neues Licht auf die Identität dieser gesamten Familie!

    Dieser Fall wird die Vorstellungskraft der meisten Menschen um ein Vielfaches übersteigen.

    Meine Rechtsanwältin sagt, sie sieht Parallelen zu „Fluterschen im Westerwald“.

    Es gibt nicht nur den „österreichischen Fritzl“, sondern auch den „deutschen Fritzl“ und das nicht nur in Fluterschen im Westerwald!

    In so einen Fall bin ich hineingeraten.

    Diese Themen wie Inzest und Missbrauch dürfen überall auf der Welt nicht länger totgeschwiegen werden!

    Weitere Fälle wie Fluterschen im Westerwald dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden!

    Der Rechtsanwalt dieser Familie will jetzt Geld über meinen ausländischen Arbeitgeber eintreiben!

    „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“

    http://www.andre-zeiger.com

    Es ist keine ausgedachte Geschichte, sondern Wahrheit!

  2. Torsten sagt:

    Hallo,

    was ist aber wenn man in der Zeit der „Beiwohnung“, die nicht zu leugnen ist, betrogen wurde? Wer zahlt dann überhaupt den Test wenn Forderungen seitens der Kindsmutter kommen?

    MfG,

    Torsten

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