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Unter privilegierten Volljährigen versteht man Volljährige im Alter von 18-20 Jahren, die sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befinden und bei ihren Eltern wohnen.

Diese werden trotz ihres Alters als genauso schutzwürdig angesehen wie minderjährige Kinder.

Sie sind demnach in vielen Punkten mit minderjährigen Kindern gleichgestellt:

  • beim Selbstbehalt
  • im Rang (Stufe 1 bei § 1609 BGB)
  • beim Vermögenseinsatz zu Unterhaltszahlungen
  • bezüglich der gesteigerten Erwerbsobliegenheit (=Pflicht nach Möglichkeit Geld zu verdienen) des Unterhaltsschuldners

Allerdings sind nunmehr beide Eltern barunterhaltspflichtig. Vor der Volljährigkeit kann der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, den Unterhalt als „Betreuungsunterhalt“ leisten, seine Unterhaltsleistung wird also bereits durch die tatsächliche Betreuung des Kindes abgedeckt. Mit Volljährigkeit gilt dies aber nicht mehr. Beide Eltern müßen nunmehr Barunterhalt leisten, wobei es ihnen auch freisteht diesen nicht in Geld, sondern durch tatsächliche Verpflegung etc zu erbringen.

Umstritten ist, ob bei der Bedarfsberechnung zunächst der Kindesunterhalt minderjähriger Kinder abgezogen wird. Das OLG Hamm hat dies bejaht, andere Gerichte verneint. Der BGH hat es zumindest für den Mangelfall bejaht.

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