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In Amerika, so berichtet die Süddeutsche in diesem Artikel, führt die Finanzkrise und der Zusammenbruch des Immobilienmarktes zu blutigeren Scheidungen – von der Süddeutschen mit Rosenkrieg und Häuserkampf umschrieben.

Ursache sind wohl drei Gründe:

  • finanzielle Schwierigkeiten führen zu mehr Streit in der Familie und damit zu mehr Trennungen
  • Die Ehepartner mit wenig Einkommen und Vermögen wollen sich scheiden lassen, bevor beides weiter sinkt.
  • Weil weniger Vermögen zu verteilen ist wird um dieses härter gekämpft.

Nach einer in dem Artikel zitierten Umfrage denken demnach auch 79% aller Amerikaner, dass Ehen in einer Wirtschaftskrise eher scheitern.

Problematisch ist auch, dass es aufgrund der geringeren vorhandenen Vermögenswerte schwieriger ist, diese zu verteilen. Das Ausbezahlen eines Anteils am Familienhauses wird eben unattraktiver, wenn man nicht weiß, wie sich dessen Wert entwickelt. Während früher jeder der Ehegatten das Haus haben wollte, will es anscheinend nun jeder der Ehegatten loswerden.

4 Responses to “Scheidung in der Finanzkrise”

  1. Christian sagt:

    Das kann ich mir sehr gut vorstellen das es deutlich mehr Scheidungen gibt… die Leute haben wahrscheinlich viel mehr Angst und Stress, sind daher deutlich gereizter und dies führt in einigen Fällen schätzungsweise zu Problemen…

  2. McLaw sagt:

    Ich denke eher, dass das Gegenteil der Fall ist…. WEIL die Zeiten schlechter werden, überlegen sich viele Paare, ob sie sich eine Scheidung überhaupt leisten können, sowohl im Bezug auf die Kosten, als auch im Bezug darauf, dass gemeinsam besser zu wirtschaften ist und einer alleine evtl. Probleme hat, finanziell durchzukommen und alleine für seinen Lebensunterhalt zu sorgen… Gerade bei niedrigem Familieneinkommen. Zumindest beobachte ich, genauso wie befreundete Kollegen, einen Rückgang der Neumandate im Bereich Familienrecht seit Beginn der Wirtschaftskrise….
    Ist die Scheidung natürlich im Gange bzw. schon beschlossene Sache, wird natürlich umso verbissener gekämpft…

  3. Brandau sagt:

    Es wird wohl beides vorkommen: Die Paare, die merken, dass es für beide alleine nicht reicht und ihre Chancen alleine nicht sehr hoch einschätzen und die Paare, bei denen zumindest einer meint, dass er in der Wirtschaftskrise einen Neuanfang braucht zB mit einem Partner, der von der Krise nicht betroffen ist.

  4. aha sagt:

    Ich werde das Thema langfristige Beziehungen für einige Jahre lassen nach meinem Rausschmiss und der gelösten Verlobung nach dem unerträglichen Existenzstress. Die Wirtschaftskrise, Beziehungen und der Arbeitsmarkt passen einfach nicht zusammen.
    Ich bin froh, dies mit wenig Geld auf der Hand begriffen zu haben. Wie soll das hier nur weiter gehen? Werden nur die blöden Kinder bekommen, die die Unsicherheit unseres Arbeitsmarkts nicht kapieren?

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