Feed on
Posts
Comments


Eines der Ziele des Unterhaltsrechtsreform ist die Stärkung der Eigenverantwortung der Ehegatten. Erreicht werden soll dies dadurch, dass die Anforderungen an die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nach der Scheidung verschärft werden.

Bei dem Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes finden sich die diesbezüglichen Regelungen in § 1570 BGB, der insbsondere verlangt die Möglichkeiten der Kinderbetreuung bei der Dauer des Unterhaltsanspruchs zu berücksichtigen (siehe auch den Artikel „Kinderbetreuung und eigene Arbeit„).

Die bereits eingereichte Verfassungsbeschwerde stützt sich in der Begründung unter anderem auf ein Grundrecht der Kinder auf elterliche Betreuung.

Nunmehr hat aber eine Studie ergeben, dass Krippenkinder es häufiger auf das Gymnasium schaffen. Das gilt insbesondere für Kinder aus „benachteiligten Familien“. (Quelle: Spiegel Online).

Das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die das Gesetz für verfassungskonform halten. Denn wenn die Fremdbetreuung die Kinder sogar fördert, dann fällt es schwer auf diese Fremdbetreuung eine Verfassungswidrigkeit zu stützen.

Aber eine Gegenstudie wird sicherlich auch irgendwo existieren…

3 Responses to “Neues Unterhaltsrecht und Fremdbetreuung: Krippenkinder schaffen es häufiger aufs Gymnasium”

  1. doppelfish sagt:

    Der Artikel selber scheint schon die Studie in Frage stellen zu wollen. Wiederholt wird betont, daß Bildung „vererbt“ wird – ein Phänomen, daß sich schon häufig bestätigt hat – und daß die Bildung und die Karriere der Eltern – häufiger Krippenbesuch weil die Eltern beide berufstätig sind, Betreuung von Kindern zu Hause, deren Eltern arbeitslos sind – die gemeinsame Ursache für die spätere Karriere der Kinder sind. Es sieht stark danach aus, als ob man hier eine Korrelation zwischen zwei Faktoren beobachtet, die eine gemeinsame Ursache haben, die sich aber nicht gegenseitig bedingen. Das ist dann so ähnlich wie mit den Störchen.

  2. Brandau sagt:

    Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass diese Frage auch in der Verfassungsbeschwerde eine Rolle spielt. Wenn keine negativen Auswirkungen der Fremdbetreuung vorhanden sind, sondern sogar positive, dann fällt es schwer ein Gesetz, dass eine solche begünstigt aufgrund des Kinderwohls aufzuheben. Wenn es zu diesen Fragen kommt, dann werden solche Studien wieder Hochkonjunktur haben.
    Langfristig wird der Trend eh zu einer vermehrten beiderseitigen Berufstätigkeit gehen müssen. Um so normaler die Scheidung ist um so weniger Absicherung bietet die Ehe. Und um so mehr Sicherheit bietet die eigene Jobqualifikation, bei der sich eben Kinderbetreuungszeiten nicht so gut machen.

  3. You must check this blog…

    I found this really great post today. Look at it….

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: