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Ende März 2010 wurde bei Jurablogs das Ranking geändert. Es wurden die Kriterien größtenteils offen gelegt, die in die Bewertung einfließen und die Nettopunkte angezeigt. Da auch die Kriterien geändert wurden ergab sich eine neue Rankordnung, die uns einen dritten Platz beschwerte.

Nachdem nun einige Zeit ins Land gegangen ist bieten sich ein paar Betrachtungen des Rankings an:

1. Kriterien

Zunächst sollen die Kriterien näher beleuchtet werden.

  • A: Leser pro Artikel
  • B: Frequenz neuer Artikel
  • C: Auf das Blog verweisende Links
  • D: Vom Blog ausgehende Links

a) Leser pro Artikel

Mit dem Kriterium Leser pro Artikel wurde ein sehr naheliegendes Kriterium eingebracht. „Was viel gelesen wird ist gut“ ist eine nachvollziehbare Wertung. Zudem wurden die bestbesuchten und die schlechtbesuchtesten Artikel aus der Wertung genommen, damit diese sich mehr am Durchschnitt orientiert. Die Plätze verteilen sich wie folgt:

  1. Scheidungsblog
  2. Strafverfahren in Koblenz und anderswo
  3. Statt aller

Der Scheidungsblog liegt bezüglich der Frequenz neuer Artikel auf Platz 192 und veröffentlicht soweit ersichtlich ausschließlich Sachartikel im Familienrecht. Sachartikel mit entsprechend sachlichen Überschriften erreichen selten ihre Zugriffe innerhalb kurzer Zeit, sondern vielmehr auf Dauer, indem über Google Leute auf Jurablogs zugreifen.  Dies ist ein guter Weg seine Zugriffsrate pro Artikel zu steigern. Demnach sind auch die bestbesuchten Artikel allesamt Fachartikel.

„Strafverfahren“ hingegen erreicht ihre Zugriffe nicht mit Sachartikeln, sondern eher mit Anekdoten. Diese dürften einen Großteil ihrer Zugriffe jeweils am Tag ihres Erscheinen haben und durch eine Anzeige in den Top-Artikeln des Tages einen Boost erhalten.

„Statt aller“ ist schwerer einzuschätzen, ich schätze mal, dass auch hier die Artikel überwiegen, die den Großteil ihrer Zugriffe an einem Tag erhalten.

Wer in diesem Bereich punkten will, der darf jedenfalls nicht beliebige Beiträge raushauen, da dies den Schnitt nach unten ziehen würde.

2. Frequenz

Bei der Frequenz kommt es auf die schlichte Masse an. Die bestplazierten in diesem Bereich sind:

  1. Handakte WebLAWg
  2. Rechtslupe
  3. Markenblog

Alle Blogs setzen auf Masse, was dementsprechend zu Lasten der Zugriffszahlen pro Artikel geht, da unter der Vielzahl von Artikeln auch viele sind, die nur für eine kleine Zielgruppe interessant sind.

c) Auf das Blog verweisende Links

Diese Kategorie hat schon Google groß gemacht: Was eine Verlinkung wert ist, ist wichtig. In diesem Segment sind die folgenden Blogs vorne mit dabei:

  1. Lawblog
  2. Medien Internet und Recht
  3. Jurabilis

Der Lawblog als einer der meistgelesenen deutschen Blogs wird auch am meisten zitiert. Das erscheint nicht ungewöhnlich. Zumal ein häufiges Thema sicherlich auch Internetrecht ist, was wiederum ein häufig in juristischen Blogs verwendetes Thema ist. Davon dürfte auch der zweite Blog profitieren. Im allgemeinen dürfte hier profitieren, wer viel behandelte Themen in seinem Blog hat während Exotenthemen weniger verlinkt werden.

d) eigene Verlinkungen auf andere Blogs

In dieser Kategorie wird Großzügigkeit in der Blogosphäre belohnt. Wer viel auf andere verlinkt, der schneidet gut ab. Am meisten verlinkt haben die folgenden Blogs:

  1. Rechtler
  2. Lawblog
  3. Beckblog

Allen Blogs gemeinsam ist, dass sie regelmäßig einen Blogbeitrag machen, der im wesentlichen nur aus Links besteht. Der Lawblog ist bereits bei 506 durchnummerierten Linkbeiträgen angekommen, bei Rechtler heißen diese Beiträge „Lesestoff“ und im Beckblog sind es insbesondere die Beiträge „Verkehrsrecht aus anderen Blogs“, die die Bewertung nach oben bringt.

2. Themen der Blogs

Eine Auffälligkeit ist, dass unter den ersten 5 Plätzen überproportional viele Strafrechtler vorhanden sind. Es sind dies die Kollegen Hoenig, Siebers und Rueber, Nimmt man den Kollegen Melchior dazu, der auch Strafrecht macht und zudem als Fachanwalt für Verkehrsrecht ja auch Ordnungswidrigkeiten bearbeitet, ergibt sich eine noch stärkere Betonung dieses Bereiches. Unter den ersten 10 kommt dann noch der Kollege Vetter dazu.

Bei den Strafrechtsblogs scheint mir allerdings nicht die Auseinandersetzung mit dem Strafrecht an sich in strikt fachlicher Form vorherrschend zu sein, vielmehr stehen bei diesen Blogs auch Anekdoten und Vermischtes im Vordergrund, wenn ich es richtig beurteile. Was zu meiner Einschätzung passen würde, dass Strafrecht häufig die für Anekdoten besser geeigneten Sachverhalte hat. Zumal sich die Leute unter diesen auch mit weniger Vorwissen etwas vorstellen können.

Beckblog und Juracityblog haben als gemeinschaftlich betriebene Blogs eine breits Palette an Themen. Die Rechtsanwalt News würde ich im Familienrecht und im Zivilrecht einordnen, wobei der Anekdotenanteil auch recht groß ist.

3. Veränderungen

Durch das neue Ranking ist es zu erheblichen Veränderungen gekommen. Zu alten Rankings vergleiche beispielsweise diese Beiträge. Allerdings ist keiner der „großen Blogs“ zu tief gefallen. Es überrascht sicherlich, dass zB der Lawblog auf einem vergleichsweise tiefen 10. Platz liegt, gleichzeitig macht aber die Transparenz deutlich, dass es an der Leserzahl pro Artikel liegt und damit auch der Frequenz geschuldet ist. Hinzu dürfte kommen, dass viele eh schon den Lawblog seperat lesen und er insoweit vielleicht weniger über Jurablogs angeklickt wird. Im Gegensatz zu früheren Rankings sind insbesondere die Massenartikelblogs wie zB Handakte abgefallen.

4. Fazit

Gerade die Transparenz ist meiner Meinung nach eine der stärken des neuen Rankings. Wem eines der Kriterien übergewichtig erscheint, der kann sich hier mit wenigen Klicks einen Überblick in der Einzelwertung verschaffen. Das ermöglicht auch differenziertere Betrachtungen. Wer zB meint, dass eigentlich die Verlinkung das wesentliche ist, der kann sich mit einem Klick auf „C“ ein Bild davon machen, wer vorne liegt. So ist für jeden was dabei.

Zudem: Eine Wertung. die meinem Blog einen dritten Platz zuweist kann per se nicht schlecht sein!

4 Responses to “Zum Jurablogs-Ranking”

  1. egal sagt:

    Die Anekdoten aus dem Strafrecht haben natürlich einen gewaltigen Vorteil: Die Sachverhalte sind aus dem normalen Leben der Bürgerentnommen, es gibt einfach viel mehr Berührungspunkte (zB Trunkenheitsfahrt), jeder hat dazu eine Meinung zu Raubüberfällen oder BtMG-Verstößen und so kompliziert ist das Strafrecht ja auch nicht.

    Daneben sind die Fälle meist kurz auf den Punkt zu bringen, man braucht kein großes Fachwissen für das Lesen (man stelle sich etwa Fälle aus dem Wasserhaushaltsrecht oder SGB VIII vor!) und die Fälle tauchen in ihrer Häufigkeit vergleichsweise oft vor, so dass keine Identifizierung so schnell möglich ist. Gerade der letzte Punkt macht es zB für Unternehmens- oder Verwaltungsjuristen recht schwer überhaupt zu bloggen und dann noch informative und geistreiche Artikel beizusteuern.

  2. NormanWessel sagt:

    Habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, alles ist hervorragend erklärt. Danke schön!

    Viele Grüße! Norman

  3. RA Neldner sagt:

    Sehr schön geschrieben. Faszinierend wie man sich so umfassend mit dem Jurablogs-Ranking auseinandersetzen kann.

    Trotzdem die Frage: Was ist „vortauchen“ (letzter Absatz). 🙂

    Gerade bei den „unspannenden“ Blogs dürfte die Motivation fürs Schreiben häufig nicht in einer guten Jurablogs-Platzierung liegen.

  4. MW Legal sagt:

    Sind diese Rankingkriterien noch aktuell? Punkt 1 sehe ich etwas kritisch, denn solche Werte sind einfach manipulierbar. Eingehende Link finde ich jedoch sehr sinnvoll.

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