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Gerade beim Kauf von Baumaterialien kommt es häufig vor, dass der Handwerker den Mängel erst im Laufe er Verarbeitung oder Verlegung dieser erkennt. Dann aber ist evt. schon ein Großteil der Arbeit verrichtet worden.

Bekommt der Handwerker nun lediglich die Materialien neu geliefert geht diese bereits geleistete Arbeit verloren. Das sind entweder viele umsonst aufgewandte eigene Stunden oder aber erneute Handwerkerkosten.

Zur Ersatzfähigkeit der durch die erneute Durchführung der Arbeiten entstandenen Kosten hat sich nunmehr der BGH geäußert. Mit Urteil des VIII. Zivilsenats vom 15.7.2008 – VIII ZR 211/07 – hatte das Gericht einen Fall entschieden, indem es um die Neuverlegung von Parkett ging, wobei sich nach Verlegung herausgestellt hatte, dass die Parkettstäbchen mangelhaft waren.

Dabei hat der BGH zunäcsht entschieden, dass der Verkäufer zunächst das Recht zu Lieferung einer mangelfreien Sache im Wege der Ersatzlieferung gemäß § 439 Abs. 1 BGB hat und auch nur diese Lieferung schuldet. Die erneute Verlegung falle hingegen nicht unter den Nachlieferungsanspruch.

Ein Anspruch auch auf Ersatz der Folgekosten, hier also der Kosten der erneuten Verlegung , könne sich aber aus § 280 BGB ergeben. Dieser stellt aber eine Haftung für eine schuldhafte Pflichtverletzung dar, so dass die Lieferung der mangelhaften Parkettstäbe hier zumindest fahrlässig gewesen sein müßte. Da § 280 BGB eine Beweislastumkehr vorsieht müßte hier der Händler beweisen, dass die Lieferung mangelhafter Parkettstäbe nicht auf seiner Fahrlässigkeit beruht.

Dies ist dem Verkäufer in dem konkreten Fall wohl gelungen. Der BGH stellt dabei darauf ab, dass die Ware vom Hersteller verpackt angeliefert worden war und der Mangel daher für den Verkäufer nicht zu erkennen gewesen sei. Ein Verschulden des Herstellers im Produktionsablauf müsse sich der Händler nicht zurechnen lassen.

2 Responses to “Bei mangelhaftem Baumaterial sind die Folgekosten nur bei Verschulden zu ersetzen”

  1. Dante sagt:

    Ich kaufe ein „Ver-“ und füge es zu Beginn des letzten Absatzes an passender Stelle ein.

  2. Brandau sagt:

    Ah, danke, habe es korrigiert!

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