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Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 19. Januar 2008 – 1 BvR 1886/06 – entschieden, dass Rechtsanwälte ihre Leistungen bei eBay versteigern dürfen.

In dem Verfahren hatte ein Rechtsanwalt und zugleich Fachanwalt für Familienrecht „Beratungen bis 60 Minuten in familien- und erbrechtlichen Fragen“ mit Startpreisen von 1 € beziehungsweise 75 € und einen „Exklusivberatungsservice (fünf Zeitstunden)“ mit einem Startpreis von 500 € zur Ersteigerung angeboten“. Clevere Geschäftsidee?!

Die Rechtsanwaltskammern sahen in solchen Angeboten Verstöße gegen das anwaltliche Berufsrecht. Das Bundesverfassungsgericht entschied dagegen, dass das Geschäftsmodell des klagenden Rechtsanwalts von seiner grundrechtlich geschützten Berufsfreiheit gedeckt sei und keine unlautere Werbung darstelle. Für eine Beeinträchtigung schützenswerter Gemeinwohlbelange ist nichts ersichtlich.

Nach dieser Rechtssprechung stellt sich die Frage über die weitere Entwicklung der anwaltlichen Werbung: Werden künftig Rechtsanwälte direkt bei eBay den Ausspruch von Abmahnungen anbieten…?

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