Feed on
Posts
Comments

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 15.08.2007 – Az: 20 U 05/07 – zu der Frage Stellung genommen, wann bei einem Umknicken beim Fußballspielen ein Unfall vorliegt und damit der Versicherungsschutz eingreift.

Den Sachverhalt stellt das OLG Hamm wie folgt dar:

Im Juni 2002 hatte der Kläger mit seinem 5-jährigen Sohn sowie weiteren Vätern und Kindern auf einem Bolzplatz Fußball gespielt. Bei einem kämpferischen Einsatz um den Ball sei der Kläger nach seiner Darstellung sodann aufgrund einer Bodenunebenheit umgeknickt. Hierbei zog er sich einen Fußwurzelausriss am Knochen unter dem linken Fuß zu, der zu einer anschließenden Thrombose geführt hat.

Die Vorinstanz, das LG Essen hatte eine Ersatzpflicht verneint. Da kein Unfall vorliege. Hierunter wird allgemein ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis verstanden. EIn solches verneinte das LG Essen bei einem Umknicken.

Das OLG Hamm guckte sich die Örtlichkeiten anscheinend genauer an. Dabei galt das Augenmerk insbesondere der Platzpflege. Aufgrund des schlechten Zustandes des Platzes sei ein Unfall gegeben:

Hierfür spricht im vorliegenden Fall bereits der Umstand, dass das Fußballspiel auf einem sog. „Bolzplatz“ stattgefunden hat. Solche Plätze befinden sich bekanntermaßen in einem schlechten Zustand und sind regelmäßig durch Bodenunebenheiten gekennzeichnet. Da es zudem vorliegend keinen Anhaltspunkt dafür gab, welche das Umknicken des Klägers ohne Bodenunebenheit hätten erklären können (z. B. Alkohol), war die Versicherung im Ergebnis eintrittspflichtig.

Das Gericht sieht damit den schlechten Zustandes des Platzes quasi als von außen auf den Spieler einwirkendes Ereignis an.
Damit wäre auf einem gut gepflegten Platz ein Versicherungsschutz wahrscheinlich eher nicht gegeben.

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: