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Nur wenige Tage nach dem tödlichen Holzklotz-Anschlag bei Oldenburg mehren sich die Berichte über feige Attentäter, die Gegenstände von Brücken auf fahrende Pkws werfen. Die Polizei Hagen sucht ebenfalls dringend nach einer Gruppe Jugendlicher, die am Ostersonntag eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit auf eine Hauptstraße in Hagen geschleudert haben. Glücklicherweise kam hierbei keiner zu Schaden, aber die tragischen Folgen derartiger Taten sollten spätestens seit dem Ostermontag bekannt sein, als eine 33-jährige Mutter durch einen Holzklotz erschlagen wurde, den Unbekannte von einer Brücke auf das fahrende Auto geworfen hatten.

Der Wurf eines Gegenstandes von einer Brücke auf Verkehrswege ist dabei weder ein Spaß noch eine gelungene Mutprobe, sondern höchst strafbar! Derartige Taten werden nach §§ 315 ff. StGB mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bedroht, wobei in vielen Fällen bereits der Versuch der Gefährdung strafbar ist. Diese Strafe kann noch deutlich erhöht werden, wenn eine Person zu Schaden kommt – nicht wenige Strafrechtsexperten sehen in der Tat von Oldenburg einen Mord, da der Täter bei seinem Anschlag heimtückisch die Arg- und Wehrlosigkeit der Beifahrerin ausgenutzt habe.

7 Responses to “Steinwurf von Brücke – ein strafbarer Eingriff in den Straßenverkehr”

  1. doppelfish sagt:

    Nicht die erste böse Überraschung, für Täter und auch Opfer.

  2. Brandau sagt:

    Kommt wohl leider immer wieder vor, wobei die Täter schwer zu verstehen sind. Wenn jemand jemanden aus Hass umbringt ist das ja noch irgendwo verständlich. Aber so etwas erwischt ja in der Regel jemanden vollkommen fremdes. Und das so ein Holzklotz, auf ein fahrendes Auto geworfen, schlimme Folgen haben kann sollte einem ja eigentlich bewußt sein. Wahrscheinlich nur durch Alkohol zu erklären.

  3. Toni sagt:

    Wenn da kein Alkohol mitspielt und das nur zum Zeitvertreib passiert, dann würde ich auch spontan an niedrige Beweggründe denken.

  4. […] die Gefährlichkeit von auf die Fahrbahn geworfenen Gegenständen wurde bereits berichtet. Die Frage ist, was man machen kann um so etwas in Zukunft zu […]

  5. Brandau sagt:

    @ Toni
    Es wird ja auch wegen Mord ermittelt, wenn ich nicht ganz täusche (wobei das nicht viel heißt). Niedrige Beweggründe wären ja solche Motive, die sittlich auf niedrigster Stufe angesiedelt sind und nach den Wertmaßstäben des deutschen Kulturkreises besonders verwerflich oder gar verachtenswert sind. Und einen Holzklotz auf die Straße zu werfen und dabei den Tod eines Menschen in kauf nehmen, um mal zu schauen was passiert ist schon eine ziemlich niedrige Stufe würde ich sagen.

  6. PS sagt:

    Ja, jedenfalls ein Fall von § 315b StGB und möglicherweise § 212, 212.

    Ein Freund fragte mich, was denn für den Fall in Betracht käme, dass drei Jugendliche sich auf einer Brücke aufreihen und, als ein LKW kommt, die Arme gleichzeitig zurücknehmen, so als würden sie etwas werfen (ohne dies dann zu tun). Der sie sehende LKW-Fahrer macht eine schockierte Vollbremsung; nur durch großes Glück kommt es zu keinem Unfall.

    § 315 b, 25 2. Alt?

  7. Brandau sagt:

    Es wäre denke ich die Frage was man noch als „Eingriff“ definiert.

    § 316 StGB lautet ja
    Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er
    1. Anlagen oder Fahrzeuge zerstört,beschädigt oder beseitigt,
    2. Hindernisse bereitet oder
    3. einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt,
    […]

    Wenn man als Eingriff bereits das Antäuschen des Wurfes sieht, dass ja dann im Endeffekt auch den beabsichtigen Erfolg hat, dann könnte das Versuchsstadium bereits verlassen worden sein. Aber ich habe gerade keinen StGB-Kommentar zur Hand

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