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Der Kollege ist gut in Fahrt:

„Der Beklagte unternimmt nicht einmal den Versuch, die Unrichtigkeit des Sachvortrages zu behaupten…“

„Der Beklagte, der sich aus prozesstaktischen Gründen den Anschein völliger Ahnungslosigkeit zu geben versucht…“

„Es ist absurd…“

„Zudem verweisen wir darauf, dass die Äußerung, die der Beklagte sich selbst in den Mund legt, inhaltlich wenn nicht völlig sinnfrei, zumindest aber ohne jeden fassbaren und überprüfbaren Inhalt ist“

„Schon dies zeigt, was von der Plausibilität des Vortrages des Beklagten zu halten ist und das keine noch so verwegene juristische Konstruktion zu einer Haftung führen kann“

„Diesen unbestreitbaren Fakten gegenüber…“

„Es ist in aller Regel ein sicheres Zeichen dafür, dass es um die Position einer Partei in einem Prozess nicht zum besten bestellt ist, wenn Rechtsprechung und Literatur sinnentstellend verkürzt zitiert werden..:“

„Die herrschende Auffassung hat seit jeher mit guten Gründen die Auffassung vertreten, dass…“

Ich vermute der letzte Schriftsatz hat ihm nicht gefallen. Aber wesentlich ist ja auch nur, ob er dem Gericht gefällt. Da sehe ich die Chancen deutlich höher.

6 Responses to “Sinnfreies, in den eigenen Mund gelegt”

  1. BV sagt:

    Es läuft doch immer gleich: Die Sache wird dann verloren und schuld ist der dumme Richter, der keine Ahnung hat und sich von den Halbwahrheiten und aus dem Zusammenhang gerissenen Erläuterungen der Gegenseite hat blenden lassen.

    Na ja, das Ergebnis zählt und was der Kollege mit seinem Mandanten bespricht, soll ja nicht das eigene Problem sein…

  2. Marie sagt:

    Eine Anwältin auf der Gegenseite benutzt in jedem ihrer Schriftsätze zig mal das Wort „grotesk“. Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Bedeutung des Wortes überhaupt richtig versteht oder ob es nach „quasi“ einfach ihr Lieblingswort ist. Jedenfalls sollte ihr mal jemand sagen, daß es die Siegchancen nicht erhöht, wenn man den Vortrag der Gegenseite nicht einfach als „unrichtig“, sondern stets als „grotesk“ bezeichnet (stellt „grotesk“ eigentlich ein wirksames Bestreiten dar? Ein Sachverhalt kann ja auch „grotesk“, aber trotzdem richtig sein).

  3. ballmann sagt:

    „An dieser Stelle, Herr Kollege, müssen Sie ihre Stimme besonders erheben und auf das Pult schlagen, denn hier sind unsere Argumente schlecht.“

    Hans Dahs: Handbuch des Strafverteidigers RN 368, den Rat eines älteren Kollegen zitierend

    http://richter-ballmann.info/2009/01/10/das-wort-zum-sonntag-2kw-2009/

  4. Till sagt:

    Ich wollte ja, analog zu Godwin’s Law usw., in meiner Referendariatszeit „Till’s Law“ einführen: Wer die Worte „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem…“ verwendet, unterliegt sofort.
    Meine Ausbilderin bestand leider zu Übungszwecken auf Auseinandersetzung mit der Sach- und Rechtslage…

  5. Anika sagt:

    Warum ist dieser Post nicht besser in Google positioniert? Ich hab ihn erst auf Seite 11 ausgegraben, obwohl der Inhalt genial ist. Manchmal hasse ich Suchmaschinen. Danke für Ihre Mühe, hab es lange gesucht.

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