Feed on
Posts
Comments

Der Blog des Richters Ballman  ist eingestellt, der Betreiber hat angekündigt ihn nicht fortzuführen.

Das das Thema die juristische Blogwelt beschäftigt hat sieht man hier:

Ballmann Artikel

Dies ist wohl auch mit einer Mitteilung an Jurablog verbunden gewesen, dort ist der Blog auch schon entfernt.

Jurablogs ohne Ballmann

Die Freude über den dadurch erreichten 7. Platz ist dennoch eher verhalten. Es gibt sonst keine Richterblogs dieser Art, in denen frei aus dem Nähkästchen geplaudert wird. Es würde mich freuen, wenn andere Richter interessiert wären und einen ähnlichen Blog aufmachen würden. Das dies wohl nur in der Anoymität möglich ist wäre ja sicherlich zu erreichen. Vielleicht mag ja Richter Ballmann seinen Blog anderen Richtern zur Verfügung stellen, die dann dort aus ihrem Berufsalltag erzählen.

(zur Bedeutung des Pseudonyms „Ballmann„)

20 Responses to “Schade um des Richters Blog”

  1. Susanne sagt:

    Ist es wirklich verwunderlich, daß von den tausenden von Richtern und Staatsanwälten bislang niemand auf den Gedanken gekommen ist, ein Blog zu eröffnen? Das dürfte vor allem dienstrechtlich problematisch sein. Ein Richter darf ja nicht einmal ohne Genehmigung vor den Schulklassen seiner Kinder Vorträge aus seinem Berufsalltag halten. Erst recht dürfte es daher problematisch sein, der ganzen Welt lustige Geschichten aus dem Gericht zu präsentieren.

    All jene, die die Einstellung des Ballmannschen Blogs bedauern, fanden es offenbar zu keiner Zeit merkwürdig, daß ein Richter in einem mit Werbung und mit fremden Beiträgen, Fotos und Videos (Urheberrecht?) gefüllten Blog ohne Impressum mitunter spöttische Geschichten über seine Fälle und die Beteiligten veröffentlichte und aus der Deckung um sich schoß – und das von morgens 8.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr. Dezernat nicht ausgelastet? Ich finde nicht, daß man gegenüber einem Richter, der in besonderer Weise zur Achtung der Rechtsordnung verpflichtet ist, ein Auge zudrücken darf, nur weil er mitunter unterhaltsame Anekdoten zu berichten wußte.

  2. RA JM sagt:

    @ Susanne: Doch, es gibt welche:
    VRiOLG Prof. Dr. Bernd von Heintschel-Heinegg + RiAG Carsten Krumm im Beck-Blog.

    Im Übrigen eine reichlich formalistische Denkweise, die an dem eigentlichen Problem meilenweit vorbeigeht.

  3. Brandau sagt:

    @Susanne
    Richter sind auch nur Menschen und keine Superhelden. Sie müssen nicht perfekt leben und das erwarte ich auch nicht von ihnen.
    Ein Richterblock, der über Sachvorträge hinaus einen Blick hinter die Kulissen bieten will ist nur anonym zu betreiben. Das ist ja der Grund, warum es sonst keine Richterblogs gibt. Insofern wäre mir das egal gewesen.
    Hat er ihnen mal auf die Füße getreten oder woher die Feindseligkeit?

  4. Frank F. sagt:

    Wie jedesmal das Argument gebracht wird, dass ein Richter wohl die Zeit fuers Bloggen hat, nicht jedoch vernuenftig seine Arbeit zu machen. Das ist doch voelliger Unsinn. Wieviel Zeit hat Ballmann denn so ein Eintrag gekostet? 5-10 Minuten – wenn ueberhaupt? Rechtsanwaelte bloggen auch waehrend ihrer Arbeitszeit. Das ist auch gut so. Wer bitte sitzt schon 8-10 Stunden am Tag im Buero und arbeitet mit 100 Prozent… Kleine Pausen zwischendurch fuer 2-3 Blogeintraege am Tag sind doch kein Problem.
    Ich habe jedoch das Gefuehl, dass haenderingend nach Problemen gesucht wird, um V.s Aktion zu glorifizieren und zu rechtfertigen.
    Unverstaendlich.

  5. Susanne sagt:

    Er hat mir keineswegs auf die Füße getreten. Ich kann lediglich nicht nachvollziehen, weshalb man bei der Verletzung von Rechtsvorschriften durch einen Richter „ein Auge zudrücken“ soll, nur weil ihm das Bloggen angeblich nur unter diesen Umständen möglich war.

    Erinnert mich an die heutige Erklärung eines Mandanten, der mir mit treuem Blick seine rechtswidrigen Geschäfte damit erläuterte, daß er auf rechtmäßige Weise ja niemals an das Geld gekommen wäre – das könne man ihm doch nicht vorwerfen!

    Das Recht ist für alle gleich und auch der gutgemeinte Zweck heiligt nicht die Mittel. Ich möchte einmal die Reaktion der RA-Kammer sehen, wenn Sie Ihre Kanzlei-Webseite mit fremden Fotos, Videos und Werbung zupflastern, dafür das Impressum entfernen und dies damit rechtfertigen, ohne diese Maßnahmen könnten sie ja nicht unbeschwert publizieren.

    Merkwürdig, daß sich viele darüber aufregen, daß Udo Vetter den ohnehin vielen bereits bekannten Namen Ballmanns genannt hat, die ausdrückliche Benennung von konkreten Anwälten und deren Fehlleistungen durch Ballmann hingegen in Ordnung gewesen sein soll.

  6. Günter sagt:

    By the way: Herr Burhoff hat auch schon zu seiner aktiven Zeit als Richter seine Homepage und ein Forum betrieben. Unter voller Nennung von „Name und Dienstgrad“. Es geht also. Und an Kritik hat es Burhoff auch nie fehlen lassen. Allerdings wurde und wird er nie persönlich und veröffentlicht auch nicht ohne Genehmigung fremde Inhalt auf seinen Seiten.

  7. egal sagt:

    Gerade das Beispiel Burhoff zeigt doch, was die Konsequenz ist. Denn auf Grund seiner außerberuflichen Tätigkeiten musste er doch schließlich auch seinen Hut nehmen.

    Wer also gerne Richter bleiben will, sollte wohl lieber seinen Schnabel halten.

    Auch finde ich es unschön, wenn erstmal eine google-Suche über das Richterblog vor jeder Verhandlung erfolgen muss, damit man ggf. einen Grund findet, den Richter abzulehnen. Kommt mehrmals eine Ablehnung tatsächlich zustande, wird sich irgendwann auch mal der Dienstherr dafür interessieren, warum ein Richter in seiner Freizeit Ablehnungsgründe „produziert“ und inwiefern das die Effektivität der Rechtspflege im Sprengel beeinflusst.

    Ballmann hatte übrigens ganz am Anfang mal einen Beitrag eines amerikanischen Richters gepostet, warum dieser nicht bloggen wollte. Die Argumente wiederholen sich. Auch in den USA gibt es keine bekannteren Blogs wie sie ballmann hier betrieb.

    Übrigens: Selbst bei Referendarblogs sind schnell die Grenzen erreicht und dann gehts nicht nur ums Dienstrecht, sondern auf ums Strafrecht, § 203 II StGB & Co.

    Interessante und lebendige Blogs zu betreiben ist bei Juristen offenbar schwieriger als anderswo. Das Experiment der „richterlichen Gegenöffentlichkeit“ gegen die Selbstdarstellungen der Anwälte ist zumindest gescheitert.

  8. black sagt:

    @susanne
    Wofür hält sich Herr Vetter, der wohl meinte in privater Eigenregie plötzlich Vorschriften des Telemediengesetzes „eintreiben“ zu müssen und dabei willkürlich private Daten veröffentlicht?

    Noch dazu wo gerade Herr Vetter immer vorgibt die Freiheit des Internets vor Überwachung und Zensur schützen zu wollen.

  9. Hans sagt:

    Sicher wird UV auch Mandaten vertreten haben, die den einen oder anderen „kleineren“ Rechtsverstoß begangen haben, warum einen da so ein triviales fehlendes Impressum beschäftigt, muss dann noch weit tiefere Gründe haben, die mir jedoch angesichts der Konsequenz der Einstellung eines der bedeutendsten deutschen juristischen Weblogs eher egal sind.

  10. Tourix sagt:

    Bei aller Kritik an Ballmann, in der Sache hatte er immer recht.
    Jede einzelne Kritik an Vetter und andere waren durchdacht und keiner der RAs konnte das wiederlegen.
    Vielleicht stört ja gerade das die Juristen die so vehement (und teilweise auf schäbigster Art) nachtreten.
    Jedenfalls trägt das keinesfalls zur Rufverbesserung der Anwälte bei.

  11. HansFranz sagt:

    bitte – es geht hier nur um genau einen Anwalt – nicht um _die_ Anwälte.

    Danke!

    HansFranz

  12. RA Diedrich sagt:

    um genau einen Anwalt: den kompromislosen und kraftvollen Kämpfer für Daten- und Informantenschutz …

  13. Herbert sagt:

    @egal

    Wäre mir neu, daß Herr Burhoff wegen des Inhalts seiner Äußerungen seinen Hut nehmen mußte. Dort ging es doch offenbar um den Umfang der Nebentätigkeit, der vom Dienstherrn nicht mehr gewünscht war.

    Was das Thema Vetter/Ballmann betrifft, werden m. E. zwei Sachverhalte unzulässig miteinander vermengt. Ballmanns „Outing“ durch Herrn Vetter mag man geschmacklos, kleinkariert, kindisch, unmoralisch oder sonstwie finden. Das hat doch aber gar nichts damit zu tun, daß Herrn B.’s Aktivitäten rechtlich problematisch waren und er hierfür weder einen rechtlichen noch moralischen Anspruch auf Anonymität geltend machen konnte.

    Die in der Diskussion aufgeworfene und bei „herrschendemeinung.de“ zur Abstimmunge gestellte Frage, ob Vetter oder Ballmann der „Böse“ in diesem Spiel war, ist falsch gestellt. Beide haben sich unrichtig verhalten. Vetters Verhalten war aber nur „unanständig“, Ballmanns nach meinem Dafürhalten hingegen rechtswidrig. Wie man bereits im ersten Semester lernt, sind Moral und Recht zwei unterschiedliche Kategorien. Und da finde ich ein „unanständiges“ Verhalten eines Anwalts weniger problematisch, als ein rechtswidriges Vorgehen eines Richters. Ist der Begriff „unanständiger Anwalt“ nicht sowieso eine Tautologie? So wie „weißer Schimmel“ oder „alkoholabhängiger Arzt“…? 😉

    Man kann Vetter für sein Vorgehen gerne kritisieren, aber man darf damit Ballmann nicht gleichzeitig verteidigen. Daß gerade viele Juristen in dieser Diskussion das eine gegen das andere aufwiegen wollen, verstehe ich nicht. Die Verwendung „unanständiger“ Mittel zur Aufdeckung rechtswidriger Handlungen macht letztere doch nicht rechtmäßig.

  14. Tourix sagt:

    Also erstmal, welche Beweise gibt es, dass Ballmann gegen das Urheberrecht verstoßen hat ?
    Es ist sehr wahrscheinlich ja, aber keiner kann bislang einen Beleg erbringen.
    Dagegen muss man Vetter und dem unsäglichen Machern des LBG-Blogs vorwerfen, zum einen gegen die informationelle Selbstbestimmung, zum anderen gegen § 4 (1) BDSG verstoßen zu haben.

    Wieso muss eigentlich ich, ein Laie diese Rechtslage zusammensuchen ?
    Würde mich freuen, wenn eventuelle Berichtigungen auch wirklich korrekt wären.

  15. Tourix sagt:

    Da offenbar niemand meine Behauptung wiederlegen kann, lege ich noch nach.
    Diejenigen (darunter auch einige Rechtsanwälte), die mit Häme auf Ballmann herumhacken und das Argument der Urheberverletzung benutzen, ohne das belegen zu können,
    verstoßen gegen § 187 und 186 Stgb !

    In dieser Geschichte geben die Rechtsanwälte leider ein erbärmliches Bild ab.

  16. Toni sagt:

    Ich finde allein an der Fülle der Kommentare hier sieht man, dass das ganze die Blogleser bewegt. Ich bin persönlich auch enttäuscht, dass Ballmanns Blog, denn ich persönlich sehr gern gelesen habe, von der Bildfläche verschwunden ist.

  17. ...bedröbbelt... sagt:

    …echt Schade…
    Ich habe immer gern im Blog gelesen!

  18. […] noch auf Platz 7 war unser Blog beim Schreiben des Beitrages bereits auf Platz 10, muß sich aber […]

  19. Manuel sagt:

    Wirklich schade drum! Gibts in diese Richtung mittlerweile eigentlich neue Blogs? Der Artikel ist jetzt ja doch schon ein paar Jährchen älter. Gruss!

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das: