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Das Gericht hatte etwas Verzug mit den Terminen, so dass ich mich in der Verhandlung hinten in die Zuschauerreihe setzte um auf meinen Termin zu warten und mir das laufende Verfahren anschaute.
Die Verhandlung drehte sich um Mängel einer Reise. Der Kläger, ein rüstiger Rentner von etwa 85 Jahren, wollte einen Teil der Reisekosten zurückerstattet haben, da eine Wanderung durch eine bezaubernde Schlucht ausgefallen war, die eigentlich im Reisepreis enthalten sein sollte. Die Beklagtenseite warf ein, dass eine Durchführung der Wanderung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden mußte, es sei entschieden zu heiß gewesen und alle Ortkundigen hätten abgeraten, da bei Problemen in der Mitte der Schlucht Hilfe nur sehr schwer zu erreichen gewesen sei. Im Rahmen ihrer Argumentation baute die Kollegin auch einen dezenten Hinweis auf das Alter des Kläger ein und darauf das die Absage der Wanderung auch gerade in seinem Interesse gewesen sei.

Daraufhin der Kläger entrüstet:

Ich bin früher unter viel schlechteren Bedingungen marschiert, da wäre so ein Tal gar kein Problem gewesen.

Ich bin nicht sicher, ob er das meinte was mir sofort, wahrscheinlich bedingt durch das Wort „Marschieren“ und sein Alter in den Sinn  sprang, aber das wäre dann auch zumindest 63 Jahre her gewesen…

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