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In Hagen hat sich ein Mann die Mitgliedschaft in einem Fitnesstudio vor Gericht erstritten. Dieses hatte eine Frauenquote festgelegt und weitere Männer nur aufgenommen, wenn diese Frauenquote gehalten wurde.

Ein Taxifahrer aus Hagen wollte dies nicht hinnehmen und hat geklagt. Das Gericht gab ihm recht und sah eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Bei mir stellt sich da immer die Frage, ob sich der Rechtstreit wirklich lohnt. Es wird ja sicherlich noch andere Fitnessstudios in Hagen geben und die Atmosphäre dürfte nach einer solchen Klage auch nicht die beste sein. Einerseits kann man dem natürlich entgegenhalten, dass es gut war, dass Rosa Parks nicht einfach ihren Sitz geräumt hat, auch wenn es nur um einen Sitz ging. Andererseits ist die Frage, inwieweit es einem Fitnessstudiobetreiber ungenommen bleiben muss, sein Klientel in dem Studio selbst zu bestimmen.

10 Responses to “Fitnessstudio: Frauenquote als Diskriminierung des Mannes”

  1. wstell sagt:

    “Andererseits ist die Frage, inwieweit es einem Fitnessstudiobetreiber ungenommen bleiben muss, sein Klientel in dem Studio selbst zu bestimmen.”
    Klar, und der Kneipenbesitzer entscheidet, ob er nur Raucher bedient, und der Arbeitgeber entscheidet auch, wen er einstellt.
    Natürlich kann der Fitnessstudiobetreiber entscheiden, mit wem er kontrahiert, nur eben das Geschlecht darf dabei keine Rolle spielen. Das Fitnessstudio ist eben keine Privatfete, sondern öffentlicher Raum.

  2. Brandau sagt:

    Schon richtig, Diskriminierung ist es. Wenn sie Frauen als Kunden anziehen wollen, dann müssen sie den Laden eben besonders auf deren Bedürfnisse abstimmen, also eher die Hantelbänke raus und Ausdauergeräte rein.
    Oder sich etwas kreativer bei den Ablehnungsgründen verhalten.

  3. MarkIsen sagt:

    Ja so ein Quatsch und was versprechen die sich eigentlich davon wenn sie mehr Frauen als Mitglieder haben.
    Versteh ich nicht und die sollte doch jeden aufnehmen der Bezahlt

  4. Malte S. sagt:

    Ich frage mich zwar auch, ob er denn da noch entspannt trainieren kann. Aber grundsätzlich ist ein Urteil gegen die unsäglichen Frauenquoten zu begrüßen. Wenn eine Frauenquote existiert, muss – aus Gründen der Gleichbehandlung – auch eine Männerquote vorhanden sein.
    Ich frage mich aber, ob unter diesem Blickwinkel überhaupt noch reine Frauenfitneßcenter existieren können. Oder würden diese mit der reinen Abgrenzung einen sachlich rechtfertigenden Grund vorweisen können?

  5. mausi sagt:

    @malte: ich glaub bei einem reinen frauenstudio findet man eher rechtfertigungsgründe…. nur 1 umkleide nötig, auch muslime können dort trainieren, der gerätepark kann speziell auf “frauenbedürfnisse” abgestimmt werden, das ding kann problemlos in pink gestrichen werden *g* usw.

    “Bei mir stellt sich da immer die Frage, ob sich der Rechtstreit wirklich lohnt. Es wird ja sicherlich noch andere Fitnessstudios in Hagen geben und die Atmosphäre dürfte nach einer solchen Klage auch nicht die beste sein”
    na aber wie sich das lohnt – in ein studio mit ner frauenquote reinzukommen ist doch der traum jedes bodybuilder-machos….
    obwohl mir der kerl weder nach fitness noch nach sonst irgendnem sport aussieht….

  6. doppelfish sagt:

    Au, Vorsicht. Mit manchen Mädchen ist da nicht zu spassen. Und Finger weg von dem rosa Farbeimer, rein aus gesundheitlichen Gesichtspunkten.

    Eigentlich ist es ja schon peinlich, dass jemand (noch) denkt, mit einer Frauenquote irgendetwas Sinnvolles erreichen zu können. Als ob der o. g. Kläger daran schuld wäre, dass sich nicht genug Frauen gefunden hatten, bevor er es wagte, um Mitgliedschaft nachzusuchen. Und: Nicht genug Frauen – trotz Frauenquote. Besser kann man gar nicht demonstrieren, wie abwegig eine Frauenquote ist. Auf die Idee, den Laden für Frauen attraktiv(er) zu machen, sind die Betreiber nicht gekommen? Da kann ich jeder Frau nur gratulieren, die nicht dort (aber hoffentlich woanders) trainiert, und sich nicht als Quotenerfüllungsmaterial zur Verfügung stellt.

    Und irgendwo war da doch noch der Mitarbeiter, der sich – via AGG – auf einen Posten geklagt hat. Der Posten war – wider dem AGG, so dann das Gericht – mit einer Frau besetzt worden. Der Herr ist jetzt [… dramatische Pause …] FrauenGleichstellungsbeauftragter.

  7. Brandau sagt:

    @Mausi: Stimmt, das hat sicherlich einen Wert an sich. Was letztendlich auch deutlich macht, warum der Betreiber die Quote will. Frauen trainieren lieber unter Frauen und ziehen daher andere Frauen an. Männer trainieren gern mit vielen Frauen, so dass viele Frauen auch wieder Männer anziehen. Solange man die Frauenquote hoch hält sollte man demnach beide Geschlechter anziehen.

    @Malte
    Die Frage des reinen Frauenclubs wäre interessant. Das Benachteiligungsverbot ergibt sich ja aus § 19 AGG

    Ҥ 19 AGG Zivilrechtliches Benachteiligungsverbot
    (1) Eine Benachteiligung aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, wegen des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität bei der Begründung, Durchführung und Beendigung zivilrechtlicher Schuldverhältnisse, die
    1. typischerweise ohne Ansehen der Person zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen (Massengeschäfte) oder bei denen das Ansehen der Person nach der Art des Schuldverhältnisses eine nachrangige Bedeutung hat und die zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen oder
    2. eine privatrechtliche Versicherung zum Gegenstand haben,
    ist unzulässig.”

    Ein normaler Fitnessclubvertrag kommt ohne Ansehen der Person zustande. Ob da zu einem Frauenfitnessclub zu differenzieren ist kann ich momentan nicht sagen.

    @doppelfish
    Keine Ahnung was die in dem Club genau gemacht haben. Vielleicht haben sie die Gründe ja auch nur vorgeschoben, weil sie ihn nicht wollten. Oder sie wollten aus den oben genannten Gründen eine sehr hohe Frauenquote.
    Ein Mann als Gleichstellungsbeauftragter ist eigentlich zu begrüßen. Mit immer mehr Männern, die auch einen Teil der Elternzeit nehmen besteht da sicherlich bedarf. Und die Frauen kann er ja trotzdem objektiv beraten. Wir hatten ja schließlich auch eine Wehrdienstbeauftragte und das ist gutgegangen.

  8. A. K. sagt:

    So ist das, wenn Prinzipienreiter meinen, die Gerichtsbarkeit mit so etwas aufhalten beschäftigen zu müssen.

  9. Matthias sagt:

    Also ich finde solche grundentscheidungen richtig.
    Andererseits wegen Aufnahme in ein Fitnessstuido zu klagen ist auch komisch.

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