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Man muss dem Strafrecht zugute halten, dass es meist die ungewöhnlicheren Sachverhalte hat. Gerade hat der BGH einen Fall entschieden bei dem man nicht gedacht hätte, dass so etwas tatsächlich passiert.

Am Morgen des 1. Oktober 2008 folgte der Angeklagte dem Geschädigten, einem Fahrer eines benachbarten Taxiunternehmens, der seinen eigenen Wagen auf der Straße gegenüber dem Haus geparkt hatte, in die Räume der Taxizentrale. Er forderte diesen vergeblich auf, das Auto wegzusetzen, und beschimpfte und beleidigte ihn. Als der Geschädigte ihn darauf verwies, sich an die Polizei zu wenden, was der Angeklagte in der Vergangenheit bereits mehrfach ohne Erfolg getan hatte, fasste er dies als Provokation auf und entschloss sich, den Geschädigten zu töten. Er holte aus dem Wohnzimmerschrank seiner Wohnung eine 70 cm lange Machete, kehrte zur Taxizentrale zurück und schlug ohne Vorwarnung mehrmals auf sein Opfer ein, ehe dessen Kollegen den Angeklagten überwältigen konnten. Der Geschädigte verlor einen Zeigefinger und erlitt neben weiteren Verletzungen einen offenen Schädelbruch.

In dem Urteil geht es jetzt darum, ob das Mord oder Totschlag ist. Der Fall hat also Potential für alle Erstsemestervorlesungen, da er anscheinend typische Probleme behandelt und viel Blut enthält.

Mir bleibt das Zivilrecht dennoch lieber. Und mitunter haben wir ja auch bizarre Sachverhalte.

One Response to “Der Vorteil strafrechtlicher Fälle”

  1. […] Was zu meiner Einschätzung passen würde, dass Strafrecht häufig die für Anekdoten besser geeigneten Sachverhalte hat. Zumal sich die Leute unter diesen auch mit weniger Vorwissen etwas vorstellen […]

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